Haupt für unabhängige Alterssicherung für Frauen

25. Februar 2002, 21:28
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Tagung "Chancengleichheit älterer Frauen in Österreich" gegen immanente Benachteiligung

Wien - Für eine unabhängige Alterssicherung für Frauen hat sich am Montag Generationenminister Herbert Haupt. Haupt betonte, er wolle sich "mit Nachdruck" dafür einsetzen, dass Frauen, die sich der Kindererziehung oder der Pflege älterer Angehöriger widmen, das Recht auf eine eigene Pension bekommen. Der berufstätige Partner soll künftig seine Ansprüche mit seiner Partnerin teilen. Derzeit seien 40 Prozent der Frauen ab 60 Jahren ohne Eigenpension.

Erste Reaktionen auf diesen Vorschlag kamen von SPÖ-Bundesfrauenvorsitzender Barbara Prammer: "Ein Abhängigmachen der Frauenpension von der Pensionshöhe des Mannes würde diese erst recht wieder von ihrem Mann abhängig machen." Der Sozialminister solle sich endlich damit abfinden, dass die Frauenberufstätigkeit "nicht verwerfliche Selbstverwirklichung ist, die Frauen daran hindert, die Geburtenrate zu steigern", so Prammer.

Haupt will besseren Bildungszugang

Weiters plädierte der Minister bei der Tagung "Chancengleichheit älterer Frauen in Österreich" für einen verbesserten Bildungszugang. Die zweitägige Veranstaltung soll die Öffentlichkeit für die Anliegen älterer Frauen in Österreich sensibilisieren.

Ältere Frauen seien im Vergleich zu ihren jüngeren Geschlechtsgenossinnen und gleichaltrigen Männern in vielen Bereichen benachteiligt. Nachteile gibt es vor allem im Bildungsbereich, außerdem besteht ein höheres Armutsrisiko auf Grund des geringeren Verdienste im Erwerbsleben. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass es keinerlei Unterstützung in Form von Studienbeihilfe für die "erfolgreichen Seniorenstudenten" gebe.

Konzentration auf Anliegen junger Frauen

Mehr als 50 Prozent der Frauen in Österreich über 50 Jahre sind entweder allein stehend, verwitwet oder geschieden. Es gebe zwar zahlreiche Frauenorganisationen und Frauenberatungsstellen, diese konzentrierten sich aber vorwiegend auf die Belange jüngerer Frauen, so die Kritik von Seiten der Veranstalterinnen. Eine österreichische Spezifität sei zudem die enge Anbindung der Seniorenorganisationen an die politischen Parteien. Während der Großteil der Mitglieder Frauen seien, finden sich die Männer, oftmals ehemalige Politiker, in Führungspositionen.

Tagung im April

Im Rahmen der Tagung sollen der Status quo der Situation älterer Frauen in Bezug auf verschiedenste Lebensbereiche aufgezeigt und Möglichkeiten für eine zukunftsorientierte Senioren- und Frauenpolitik erarbeitet werden. Die Ergebnisse sollen auf europäischer Ebene im April in die Welt-Alterskonferenz und in die Arbeit der Economic Commission Europe (ECE) zur Entwicklung eines Maßnahmenplans für mehr Chancengleichheit in Europa einfließen.
(APA)

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