Liebscher strebt EZB-Vize "nicht aktiv an"

25. Februar 2002, 12:13
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OeNB-Gouverneur: "Auch persönliche Gründe für Wien-Präferenz"

Wien - "Ich strebe das nicht aktiv an", erklärte Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), auf Journalistenfragen am Montag zu neuerlichen Spekulationen, wonach er als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den neuen Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt gilt.

Zweifellos biete Frankfurt in punkto Lebensqualität und beruflichem Umfeld eine hohe Qualität, es gebe für ihn, Liebscher, aber mehrere "private Gründe", warum er eine Präferenz für Wien hege.

Nach einem Bericht der "Financial Times" vom Mittwoch voriger Woche sollen die Chancen des österreichischen Nationalbankchefs für den neuen EZB-Vizepräsidenten gestiegen sein, nachdem der belgische Kandidat Guy Quaden abgewunken habe. Die aussichtsreichsten Kandidaten seien jetzt Klaus Liebscher aus Österreich und Vitor Constancio aus Portugal, schrieb die Zeitung.

Aus kleinem Euro-Land

Die "Financial Times" wies darauf hin, dass Beamte der EU-Kommission und der EZB davon ausgingen, dass der Nachfolger des am 31. Mai aus dem Amt scheidenden Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank, Christian Noyer, aus einem der sechs kleinen Euro-Länder stammen dürfte, die noch nicht im EZB-Vorstand vertreten waren. Das seien neben Österreich, Portugal und Belgien auch Griechenland, Irland und Luxemburg.

Griechenland habe zwar einen sehr guten Kandidaten, aber voraussichtlich nicht genug Unterstützung unter den anderen EU-Ländern, so die Zeitung. Auch gegen den Luxemburger Yves Mersch gebe es Einwände, der Ire Maurice O'Neill sei ein unwahrscheinlicher Kandidat, weil er kommenden Monat seine Arbeit als Zentralbankchef Irlands aufgebe, berichtete die FT. (APA)

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