Führen alle El Kaida-Straßen nach Rom?

25. Februar 2002, 11:17
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Gruppe, die angeblich einen Anschlag auf US-Botschaft geplant hatte, bleibt weiter in Haft

Rom - Das mutmaßliche El Kaida-Kommando, das angeblich einen Giftanschlag gegen die US-Botschaft in Rom plante, bleibt weiterhin in Haft. Ein römisches Gericht beschloss am Montag, dass ausreichende Indizien gegen die Gruppe bestehen, bei der zyanidhaltige Chemikalien sowie Stadtpläne mit den Wasserleitungen um die US-Botschaft beschlagnahmt wurden. Die Marokkaner bleiben daher weiterhin in Untersuchungshaft.

Das Kommando, das in einer Wohnung an der Peripherie von Rom festgenommen wurde, wird beschuldigt, eine umstürzlerische Organisation aufgebaut zu haben. Den Mitgliedern wurde bereits Hehlerei mit den Chemikalien vorgeworfen, die in ihrer Wohnung am Stadtrand Roms beschlagnahmt wurden. Die Verdächtigten beteuerten ihre Unschuld.

Zusammenarbeit mit FBI

Die römischen Staatsanwälte arbeiten mit dem FBI zusammen, um mögliche Verbindungen zwischen den Marokkanern und anderen El Kaida-Zellen in Europa und in den USA zu ergründen. Die US-Zeitschrift "Time" fragte sich in einem Bericht über die Untersuchungen in Italien, ob "alle El Kaida-Straßen nach Rom führen". Der Sprecher des amerikanischen State Departments, Richard Boucher, sprach sich lobend über die Arbeit der italienischen Justizbehörden im Kampf gegen den Terrorismus aus.

Wachsende Sorge vor Anschlägen in Rom

In amerikanischen Kreisen in Rom wächst die Sorge vor Anschlägen, nachdem die Ermittler entdeckt haben, dass ein Vorauskommando in den vergangenen Wochen offenbar in einen Kanal hinabgestiegen war, der in drei Metern Tiefe zur US-Botschaft in der zentralen Via Veneto führte. Dort hätten sie eine 60 Zentimeter große Öffnung in eine Mauer gebohrt, durch die die Terroristen unter die US-Botschaft hätten gelangen können.

"Wir stehen in der Schusslinie der Terroristen", betonte ein US-Diplomat italienischen Medienberichten vom Montag zufolge. Bereits vor einem Jahr war die US-Botschaft einige Tage lang gesperrt worden, nachdem sich Gerüchte über einen möglichen fundamentalistischen Anschlag verbreitet hatten. (APA)

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