'Wer war diese Frau?'

25. Februar 2002, 09:15
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Wessely-Enkel will in Filmdokumentation über die österreichische Schauspielerin das "Prinzip des Mitlaufens und der Verdrängung" untersuchen

Wien - Der in Los Angeles lebende Enkel Paula Wesselys, Filmregisseur Sasche Bigler (34), plant eine große Dokumentation über die vor zwei Jahren verstorbene österreichische Schauspielerin. Der Sohn von Christiane Hörbiger, will, wie er in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" erklärte, mit der Dokumentation, "nicht den Mythos der Paula aufspüren soll, sondern die Frage stellen: 'Wer war diese Frau?'" Für diese Aufarbeitung sollen erstmals auch Tagebücher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, die Paula Wessely während der NS-Zeit geführt hat.

Babymaschine am Herd

Laut Bigler stehe die gesamte Familie hinter dem Projekt. Er selbst habe von seine Großmutter nie Auskunft über ihre Rolle in der NS-Filmindustrie bekommen. "Einerseits agierte sie im Film brav als Babymaschine am Herd, ganz im Sinn der NS-Ideologie. Anderseits lebte sie sehr emanzipiert", so Bigler. In seinem Film solle "dieses Prinzip des Mitlaufens und der Verdrängung untersucht werden". Für diese Aufarbeitung sollen erstmals auch Tagebücher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, die Paula Wessely während der NS-Zeit geführt hat. (APA)

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