Es grünt so grün in Wien

24. Februar 2002, 20:09
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Stadträtin Kossina über sozialdemokratischen Naturschutz

Wien - Es war schon spät, als Umweltstadträtin Isabella Kossina bei der Klubklausur der SP Wien zum Rednerpult trat, um rhetorisch ein Weilchen durch Wien zu spazieren. Sie fühlt sich wohl in dieser Stadt, denn "jeder Wiener hat: zehn Bäume, zehn Quadratmeter Wasserfläche, 100 Quadratmeter Grünland."

Das Flanieren im Grün inspiriert die Stadträtin: "Gehen wir durch den Wienerwald, da nehmen wir eine Hyazinthe mit." Und diese gebrockte Blüte erinnert sie daran: "Die ganze Welt spricht über den Wienerwald als Grüne Lunge Wiens" - worüber denn auch sonst? -, "und das muss so bleiben". Daher soll heuer auch des Wienerwaldes 1000. "Geburtstag" gefeiert werden: "Ich lade euch jetzt schon ein für den 20. Oktober am Rathausplatz, dort feiern wir ein riesiges Wienerwaldfest. Gemeinsam feiern wir den Schutz des Wienerwaldes."

Orchidee im Tiergarten

Und schon marschiert Kossina weiter: "Gehen wir in den Lainzer Tiergarten, dort pflücken wir eine Orchidee." Zwischenruf: "Die sind doch geschützt!" Kossina: "Aber nicht alle." Eine Rarität sind sie jedenfalls, wie auch die Tiere, die sie dort ansiedeln will: "fast schon ausgestorbene Tierarten wie den Auerochsen".

Weiter geht's: "Am Kobenzl pflücken wir eine Margarite." Begeisterung greift bei den Margaretner Klubmitgliedern Platz. "Und dort bauen wir einen Kinderbauernhof, am Kobenzl."

"Und jetzt noch eine letzte Blume für unseren wunderschönen Blumenstrauß - und welche fehlt? . . . Richtig: die rote Nelke." Applaus brandet auf. "Die pflücken wir auf der Donauinsel. Ein Freizeitparadies, zu dem alle Wienerinnen und Wiener gerne kommen, das gipfelt jedes Jahr mit dem Donauinselfest. Bravo Harry!" Landesparteisekretär Harry Kopietz klatscht nahezu enthusiasmiert.

Langsam kehrt Kossina wieder heim. "Nun haben wir einen wunderbaren Blumenstrauß. Der wird, wenn wir ihn nicht richtig hegen und pflegen, verwelken. Und dafür brauchen wir? . . . Richtig, das Wasser." Deshalb wurde das Wiener Wasser jetzt auch unter Verfassungsschutz gestellt.

Kossina, noch ergriffen von der Schönheit der Natur, die ihr unterwegs begegnete: "Bewahren wir das, was wir genießen, das, was wir lieben. Schützen wir, was wir lieben - das ist sozialdemokratischer Umweltschutz. Freundschaft." (Roman Freihs, Der Standard, Printausgabe, 25.02.02)

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