Ganze 300er und halbe Fünfer

25. Februar 2002, 15:52
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Ehrliches Versagen, kreative Kopien und die Euroumstellung

Wien - Ein Bankomat im deutschen Gütersloh spuckte vergangene Woche Fünf-Euro-Scheine aus, deren Rückseite bloß Seriennummer und Sicherheitsstreifen ziert. Laut Seriennummer stammen die "Blüten" von der Österreichischen Banknoten & Sicherheitsdruck GmbH. Dort schließt man menschliches Versagen nicht aus. Der Sammlerwert des "Sonderdrucks", heißt es, soll bereits klar über fünf Euro liegen.

Die Währungsumstellung rief bereits viele kreative Geister auf den Plan. So versuchte am ersten Wochenende nach der Umstellung in Finnland ein bis heute unbekannter Täter, an einer Tankstelle mit einem 300-Euro-Schein zu bezahlen. Er scheiterte. Nicht, weil der Tankwart den Betrug erkannte, sondern da dieser nicht genug Retourgeld hatte.

Bereits am 3. Jänner nahm die Polizei in Düren (D) einen 34-Jährigen fest, der mit einem fotokopierten 20-Euro-Schein bezahlen wollte. Etwas erfolgreicher war ein Unbekannter, der in einer Spielhalle in Alzey (D) einen aus einer Zeitungsannonce ausgeschnittenen 500-Euro-Schein in einem Spielkasino in 1000 DM wech- selte. In Südfrankreich konnte ein Restaurantbesucher seine Rechnung mit Monopoly-Spielgeld bezahlen. Der Österreichischen Nationalbank wurden bisher "keine wirklich professionellen Geldfälschun- gen" bekannt, nur einige Versuche, Geldscheine zu kopieren. "Solche Versuche gab es zur Zeit des Schillings mehr als jetzt", sagt Wolfgang Färber von der OeNB. (sta, Der Standard, Printausgabe, 25.02.02)

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