Bush und Blair einig über "zweite Phase"

24. Februar 2002, 22:55
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Terrorbekämpfung: Entscheidung über Militärschlag gegen den Irak soll im April fallen

Washington - Die Spekulationen über ein militärisches Vorgehen der USA gegen den Irak erhalten Auftrieb. US-Präsident George W. Bush und der britische Premier Tony Blair würden sich im April über eine Militäraktion als "zweite Phase" des Kampfes gegen den Terrorismus ver-ständigen, schrieb die Londoner Zeitung The Observer am Sonntag. Downing Street kommentierte den Bericht mit den Worten, London habe stets deutlich gemacht, dass es die Entschlossenheit der USA zur Fortsetzung des Kampfes gegen den Terrorismus teile.

Um seine eigene Labour Party von der Notwendigkeit eines Vorgehens gegen den Irak zu überzeugen, wolle Blair detaillierte Beweise zu den irakischen "Atomkapazitäten" veröffentlichen.

Nato-Generalsekretär George Robertson rechnet mit einem US-Angriff gegen den Irak nur, wenn es Belege dafür geben sollte, dass Bagdad mit den Terroranschlägen vom 11. September in Verbindung zu bringen sei. Die USA hätten aber erklärt, dass sie keine Informationen über eine Verbindung zwischen Osama Bin Laden und dem Irak hätten, sagte der frühere britische Verteidigungsminister.

Der deutsche Außenminister Joschka Fischer hat unterdessen seine Kritik an den Drohungen der USA gegen den Irak verteidigt. Die "kräftige Sprache" der USA habe eine Diskussion ausgelöst, wie sie unter Bündnispartnern üblich sei, sagte er. "Wir haben nicht zu viel Amerika. Wir haben zu wenig Europa", betonte Fischer. Sein französischer Amtskollege Hubert Védrine hatte der US-Regierung simplifizierende Politik vorgeworfen. (AP, AFP, Der Standard, Printausgabe, 25.02.02)

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