König Hannes tafelt von Graz aus

24. Februar 2002, 19:05
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Der Auftritt von Sturm Graz ist nur mehr das Nachspiel des Auftretens von Hannes Kartnig.

Ried - Irgendetwas an Hannes Kartnigs Frisur ist seit neuestem anders. Er trägt die Haare immer noch nach hinten gekämmt wie das Hollywood-Bild von König Artus, der seine Tafel hält, wo immer er hinkommt. Denn Unrecht und Missgunst sind überall, "es gibt kein Gentleman's Agreement", polterte er, und wenn's doch eins gibt, "ist es die Erfindung vom Peter Svetits. Man will Sturm schaden, beim Feldhofer hat's auch ein Agreement gegeben, das wurde gebrochen, also brauche ich mich auch nicht daran halten."

Sturm wieder mit weniger Österreichern

Sturm setzte entgegen der auch von Kartnig im Büro von Sportminister Riess-Passer getroffenen Vereinbarung in Ried wieder weniger als neun fürs Nationalteam selektionierbare Kicker ein, nämlich sechs. Kartnig dürfte mittlerweile alles wurscht sein, Sturm muss Zweiter werden, ein internationaler Bewerb ist Pflicht. Sonst, das sagt Kartnig nicht, das spürt man aber immer deutlicher, sei die sauteure Mannschaft nicht zu finanzieren, und da die Truppe nicht und nicht Fußball spielt, Anspruch und Wirklichkeit, Investment und Renditenaussicht immer weiter auseinander klaffen, schlägt Kartnig wilder und wilder um sich.

Kartnig sieht sich nur mehr als Kasperl, der zahlt

Von keinem Verein schieden so viele Spieler im Unfrieden wie von Sturm Graz (Grassler, Schopp, Wallner, Feldhofer), aber Kartnig fühlt sich den Spielern "ausgeliefert, wir Funktionäre sind nur mehr die Kasperln, die zahlen". Die Bundesliga, die im Fall Feldhofer gegen ihn entschied, verdächtigt er der Parteinahme gegen die Vereine, Rapid, die Feldhofer verpflichtete, sowieso. Der Rapidler Wallner, ebenfalls ein abgefallener Sturm-Schützling, habe Feldhofer im Teamtrainingslager "angestochen", worauf Feldhofer "den Schmäh erfunden hat, als Spieler auf Abruf für eine Vertragsverlängerung mehr Geld zu verlangen. Das gibt's auf der ganzen Welt nicht." Liga-Vorstand Reinhard Nachbagauer wird es schwer haben, "denn einige sind schon gegen ihn, das steht auf Messers Schneide", so Kartnig. (Printausgabe DerStandard, 25.02.2002)

Von Johann Skocek
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