Kirch hält an Formel-1-Sparte weiter fest

24. Februar 2002, 20:50
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"Das abgeben zu müssen wäre wirklich bitter"

München - Medienmogul Leo Kirch will an der Formel 1 festhalten und sieht einen Verkauf der Rennsportserie nur als letzten Ausweg aus der Schuldenkrise seines Konzerns. "Das abgeben zu müssen wäre wirklich bitter", sagte der 76 Jahre alte Kirch dem Magazin Der Spiegel.

"Der Verkauf ist eine Alternative, aber die letzte", fügte Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn hinzu. Die Insolvenz drohe dem mit 6,5 Mrd. Euro (89,4 Mrd. S) verschuldeten Kirch-Imperium nicht. Bis Ende Juni, wenn ein Großteil der 1,9 Mrd. Euro umfassenden Kredite der Bayerischen Landesbank fällig werde, müsse eine stabile Kapitalstruktur stehen, sagte Hahn.

Die Bayerische Landesbank hatte 2001 den überwiegenden Teil des 1,6 Mrd. Euro teuren Einstiegs von Kirch in die Formel 1 finanziert. Hahn bezifferte den Wert der Formel-1-Gesellschaft SLEC, an der Kirch 58 Prozent hält, auf mindestens drei Mrd. Dollar (3,4 Mrd. Euro). Kirch strebe eine Einigung mit den in der Rennsportserie vertretenen Autoherstellern an. (Reuters, Der Standard, Printausgabe, 25.05.2002)

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