Nun verschwindet auch die Lira

25. Februar 2002, 12:38
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Italiener verabschieden sich nach zwei Jahrhunderten von nationaler Währung

Rom - Nach mehr als zwei Jahrhunderten trennen sich die Italiener jetzt von der Lira. Die nationale Devise wird ab nächsten Donnerstag nicht mehr im Umlauf sein. Die Lira war 1806 unter Napoleons Herrschaft eingeführt worden, die erste Münze wog nur fünf Gramm. Obwohl sich die stark EU-freundlichen Italiener ziemlich mühelos auf den Euro umgestellt haben, planen Nostalgiker in den nächsten Tagen eine Reihe von Initiativen zur Ehre der Lira.

Das "Festkomitee für das Dritte Jahrtausend" plant den Bau einer "Riesen-Lira" aus Münzen, die aus dem Verkehr gezogen werden. Die Lira mag zwar eine inflationsbewegte Vergangenheit haben, symbolisiert aber auch die nationale Einheit des Landes, betonten die Mitglieder des Komitees.

Konkurrenz um das Denkmal

Fünf Städte - Udine, Triest, Florenz, Turin und Livorno - konkurrieren um die Ehre, das Denkmal auf einem ihrer Hauptplätze aufzubauen. Dutzende von Bewerbungen prominenter Künstler trafen bereits beim Festkomitee ein. Eine Jury aus Persönlichkeiten der Kultur, der Wirtschaft und der Numismatik müssen bis 31. Mai entscheiden, welches Projekt verwirklicht und in welcher Stadt das Denkmal errichtet werden soll.

In Florenz wurde am Wochenende die Lira mit einem Musical gefeiert. "Die Italiener haben sich ganz auf den Euro konzentriert und niemand hat sich wirklich von der alten Lira verabschiedet", sagten die Organisatoren der Veranstaltung, die Hunderte von Personen angelockt hat. (APA)

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