Deutscher Bundestag will Linux für seine Server

26. Februar 2002, 10:47
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Am Desktop soll allerdings Windows XP in Kombination mit Office XP zum Einsatz kommen

Linux oder Windows? Im prestigeträchtigen Streit um das neue Computer-Betriebssystem für den Deutschen Bundestag soll die Entscheidung bereits gefallen sein. Am kommenden Donnerstag wird die Kommission für Informations- und Kommunikationstechnik des Ältestenrates (IuK) ihre Wahl der Öffentlichkeit präsentieren.

Wilde Mischung

In einem ZDF-Interview am Samstag meinte der IuK-Vorsitzender Uwe Küster, dass man "einen Einstieg in Richtung Open Source" vornimmt und Linux auf den rund 150 Servern des deutschen Parlaments eingesetzt werde, die 5000 Bundestags-PCs sollen mit Windows XP in Kombination mit Office XP betrieben werden. Bei dem Verzeichnisdienst sei die Entscheidung noch offen.

Sicherheit

Für Open-Source-Software sprach offensichtlich vor der Sicherheitsaspekt. Küster: "Microsoft hat vor einigen Monaten entschieden, sich einen Monat ausschließlich Sicherheitsfragen zuzuwenden. Nach meiner Bewertung haben sie es einfach versäumt, Sicherheit als strategische Entwicklungslinie mit im Auge zu behalten."

Debatte

Seit mehreren Monaten läuft im deutschen Bundestag eine interne Debatte, ob künftig Rechner mit Windows XP oder Linux angeschafft werden soll.

Gegen den Einsatz von Microsoft-Programmen hatten sich mehrere Abgeordnete aller Fraktionen zu einer Initiative "Bundestux" zusammengeschlossen. Auf der Website der Initiative heißt es: "Die demokratischen Gremien der Bundesrepublik Deutschland sollten bei der IT-Nutzung darauf achten, demokratische Spielregeln möglichst auch im Sekundärbereich zu berücksichtigen. Nur Freie Software ermöglicht durch den offen zugänglichen Quellcode eine gesellschaftliche Überprüfung und Verbesserung von Programmen."

Öffentliche Diskriminierung von Microsoft-Produkten

Gegen diese Initiative zog der Chef von Microsoft Deutschland, Kurt Sibold, massiv zu Felde: Wenn der Bundestag Microsoft-Produkte einsetzen wolle, sei dies keine undemokratische Entscheidung. Sibold wertete die Petition der Linux-Befürworter als eine öffentliche Diskriminierung der Microsoft-Produkte. (red/dpa/APA)

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