US-Streitkräfte auf Aktionen gegen Irak vorbereitet

24. Februar 2002, 21:46
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Kuwait will nicht Aufmarschgebiet für US-Truppen sein

Washington/Berlin - Die US-Streitkräfte halten sich nach Angaben ihres Generalstabschefs Richard Myers zu einem militärischen Vorgehen gegen Irak bereit. Die Entscheidung liege allein bei Präsident George W. Bush, sagte Myers am Sonntag im Programm des amerikanischen Fernsehsenders ABC. "Und er hat diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen."

Zu Bedenken, wonach die US-Streitkräfte wegen des Kriegs in Afghanistan knapp an Munition sein könnten, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, die Lagerbestände würden derzeit rasch wieder aufgefüllt. "Sie können sicher sein, dass sich die Vereinigten Staaten nicht auf etwas einlassen werden, zu dem sie nicht in der Lage sind", sagte Rumsfeld dem Fernsehsender NBC.

Bush will nach einem Bericht der Londoner Zeitung "The Observer" bei einem Besuch des britischen Premierministers Tony Blair im April das weitere Vorgehen gegen Irak abstimmen. Dabei soll es um eine Militäraktion als "Phase zwei" des Kampfes gegen den Terrorismus gehen. Blairs Büro wollte zu den Reiseplänen des Regierungschefs nicht Stellung nehmen. Bereits Mitte März ist eine Reise von US-Vizepräsident Dick Cheney nach Europa, in den Nahen Osten und in die Golfregion geplant.

Botschafter in Deutschland: Kuwait nicht Aufmarschgebiet

Die Regierung Kuwaits teilte indessen mit, dass sie ihr Land nicht als Aufmarschgebiet amerikanischer Truppen für einen möglichen Angriff auf den Irak zur Verfügung stellen wolle. "Zwar hassen wir das Regime in Bagdad", sagte der Botschafter des Emirats in Deutschland, Faisal R. al Ghais, der "Berliner Zeitung" (Montag-Ausgabe). "Aber das heißt nicht, dass wir jemanden ermutigen, es auf dem Umweg über Kuwait zu stürzen."

Die kuwaitische Regierung wisse, dass der irakische Staatschef Saddam Hussein "große Bestände biologischer und chemischer Waffen angelegt hat", sagte Ghais weiter. Zugleich versicherte der Diplomat, die Teilnahme von ABC-Abwehr-Einheiten der deutschen Bundeswehr an einem gerade laufenden Manöver mit US-Soldaten in Kuwait habe "mit dem Irak überhaupt nichts zu tun". Die Übungen seien Teil der "Operation Enduring Freedom" und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus.

In Kuwait sind derzeit rund 170 deutsche Bundeswehrsoldaten einer ABC-Abwehreinheit stationiert. Verteidigungsminister Rudolf Scharping sagte am Samstag in einem dpa-Gespräch, bei dem Einsatz handle es sich um eine "reine Katastrophenschutzübung, um für den Fall eines Angriffs oder einer terroristischen Bedrohung mit biologischen oder chemischen Waffen die Bevölkerung schützen zu können." (APA, red)

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