Wildwasserstrecke für den Wiener Donaukanal geplant

24. Februar 2002, 11:20
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Format: Riesiges Stadtentwicklungsprojekt mit Hilfe von Investoren

Wien - Der Wiener Donaukanal könnte mit einem umfangreichen Projekt im Bereich von Private Public Partnership zu einem prachtvollen Freizeitgelände für die Wiener umgewandelt werden. Wie "Format" in seiner morgen, Montag, erscheinenden Ausgabe berichtet, geht das aus Projektunterlagen der MA 18 (Stadtplanung) hervor, die derzeit von einem Wiener Architektenbüro im Hinblick auf Denkmalschutz- und Infrastrukturbelange geprüft werden.

Das größte darin vorgesehene Einzelprojekt ist laut "Format" ein Hotelkomplex im jetzigen Hermannpark am Ufer des dritten Bezirkes, knapp unterhalb der Urania. Entwickelt soll die Immobilie von der Immobiliengruppe Contec werden, die das Bauunternehmen Porr als Partner an Bord geholt hat. Das Hotel soll laut dem Plan mit einem Ruderklub für die Wiener, sowie einem Terassencafe über dem Wasser bestückt werden. Außerdem soll die jetzige Rohrbrücke der Fernwärme in einen Fußgänger- und Radübergang umgewandelt werden.

Als weiteres Großprojekt ist laut "Format" eine olympiataugliche Wildwasserstrecke am Spittelauer Sporn geplant, die bei fünf Metern Höhenunterschied einen halben Kilometer lang ist. Sie soll sowohl für Leistungssportler als auch für Sonntagsausflügler geeignet sein. Außerdem seien ein Fischmarkt auf der Höhe des Schwedenplatzes, sechs mal zehn Meter große so genannte "Wasserstaubwände" für Videoprojektionen, sowie üppige Gastronomie vorgesehen. Im Rahmen einer Sportmeile soll im Bereich des ersten Bezirkes etwa eine Driving Range für Golfer geschaffen werden.

Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet, werden jetzt auch die Verträge für die Überbauung von Otto Wagners Stadtbahntrasse auf Höhe der Spittelau durch die SEG finalisiert. Nach Plänen der Architektin Zaha Hadid wird die SEG dort mit einem Investment von rund achtzig Millionen Schilling (5,81 Mill. Euro) einen Pfahlbau mit Inlokalen und Studentenwohnungen errichten. Baubeginn ist bereits Herbst dieses Jahres.

Laut "Format" ist der Entwickler des Gesamtprojektes der Stadtplaner Klaus Steiner, der etwa auch für die Neugestaltung der Flaktürme zuständig ist. Laut Steiners Planungsstand soll das Gesamtprojekt im Zuge von Private Public Partnership ohne einen Cent an Steuergeldern umgesetzt werden. Steiner hat sechs Grundstücke im Umfeld des Donaukanals identifiziert, die als Bauland genutzt werden können und an Immobilienentwickler und Bauträger vergebene werden können. Eines dieser Grundstücke ist eine ungenützte Fläche auf der Leopodstätter Seite der Franzensbrücke. Als Investoren sind die Strabag und Ariel Muzikant im Gespräch. (APA)

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