Kärntner Gendarm vor Gericht

25. Februar 2002, 06:34
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Mord - Scheidungsstreit endete für Ehefrau tödlich - Angeklagter stand unter Medikamenteneinfluss

Klagenfurt - Wegen Mordes an seiner Ehefrau wird sich kommenden Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt ein 51-jähriger Unterkärntner Gendarmeriebeamter verantworten müssen. Ihm wird von Staatsanwalt Friedrich Borotschnik zur Last gelegt, seine Frau Anfang Mai des Vorjahres im Zuge eines Scheidungsstreits erstochen zu haben.

Auch die dritte Ehe des Gendarmen aus dem Bezirk Völkermarkt drohte zu scheitern, als seine Frau die Scheidung einreichte. Grund dafür: Der Mann hatte jahrelang eine Lebensgefährtin. Bei dem gerichtlichen Scheidungstermin konnte keine Lösung gefunden werden. Ein persönliches Gespräch der beiden Eheleute im gemeinsamen Haus scheiterte ebenfalls und endete am 8. Mai 2001 blutig.

Der seit einiger Zeit laut Anklage verstärkt Psychopharmaka und Schnaps konsumierende Beamte griff zu einem Küchenmesser. Obwohl die Frau noch schützend die Arme vor ihren Oberkörper hielt, drang die 11,5 Zentimeter lange Klinge zwei Mal in ihr Herz. Schwer verletzt schleppte sie sich in einen Vorraum, eine Stiege hinunter und etwa 35 Meter vom Haus weg, wo sie tot zusammenbrach. Der Gendarm fügte sich in selbstmörderischer Absicht Stiche in den Brustkorb zu und rief die Exekutive an: "Es hat einen Doppelmord gegeben. Auch ich bin tot." Der Mann wurde im LKH Klagenfurt operiert, Lebensgefahr bestand für ihn nie.

Beide Eheleute hatten keinen Alkohol konsumiert, doch im Blut des Beamten konnten Wirkstoffe von Psychopharmaka in toxischer Serumkonzentration festgestellt werden. Am Leichnam der Frau fanden sich 26 Hieb- und Stichverletzungen. Der Tod trat laut Gutachten in Folge der zwei Herzstiche und dem daraus resultierenden Verbluten nach innen und außen ein.

Der psychiatrische Sachverständige Reinhard Haller attestiert dem Gendarmen eine eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt. Der Mann sei auch eine "emotional instabile Persönlichkeit" mit einer "aggressiven Dominanz", schreibt Haller in seinem Gutachten.

Der Exekutivebeamte will sich an Details nicht erinnern können, ist aber im Wesentlichen geständig. Es droht ihm eine Strafe zwischen zehn Jahren und lebenslänglich. (APA)

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