Oberstufenreform: FPÖ will Schwerpunkte anbieten

24. Februar 2002, 09:26
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Schender: 15 bis 20 Prozent der Stunden wählbar - Kernbereich soll Allgemeinbildung garantieren - Verschiedene AHS-Formen erhalten

Wien - Für die Ermöglichung von Schwerpunktsetzungen im Zuge einer Reform der AHS-Oberstufe tritt die FPÖ ein. Von den 138 Stunden in der 5. bis 8. Klasse sollten 20 bis 25 schul- bzw. schülerautonom wählbar sein, betonte FPÖ-Bildungssprecher Rüdiger Schender im Gespräch mit der APA. Als Beispiel nannte er die Einrichtung eines Schwerpunkts Ökologie mit einem Mix aus verschiedenen Fächern. Darüber hinaus müsse es aber auch einen Grundstock an Fixfächern geben, der die breite Allgemeinbildung der AHS-Schüler sichere. Beibehalten will Schender die Trennung der AHS-Oberstufe in Gymnasium, Oberstufenrealgymnasium und wirtschaftskundliches Realgymnasium.

Schender will vor allem Schulen die Möglichkeit geben, in Zusammenarbeit mit Schülern und Eltern echte Schwerpunkte zu setzen. Dadurch könne sich zwischen den einzelnen Lehranstalten ein Wettbewerb entwickeln. Vorstellbar wären für ihn etwa Schwerpunkte wie Wirtschaft, Persönlichkeitsbildung oder ein musisch-kreativer Akzent, der Musik, Bildnerische Erziehung und Literatur vereinige.

Wann und wie Schwerpunkte gesetzt werden, sollten die Schulen autonom entscheiden, meinte Schender. So wäre es etwa auch möglich, dass die Jugendlichen bis zur 6. Klasse das klassische Programm wie bisher machten und die gesamten 20 bis 25 autonomen Stunden in der 7. und 8. Klasse verwendet würden. Dort könnten die Schüler dann je nach Schule pro Jahr etwa zwei Module mit je vier bis fünf Wochenstunden wählen. Ein solches Modul könnte zum Beispiel Ökologie sein und Elemente aus Gegenständen wie Biologie, Physik, Chemie und Geografie enthalten. Daneben müsse allerdings der Kernbereich erhalten bleiben, der jedenfalls die bisherigen Hauptfächer sowie Fremdsprachen umfasse, im Gymnasium auch Latein. Je nach AHS-Typ könnten allerdings auch noch andere Gegenstände dabei sein.

Die Matura will der FPÖ-Bildungssprecher beibehalten. Allerdings sollten die Jugendlichen, wenn ein Schwerpunkt an der Schule belegt wurde, auch in diesem die Reifeprüfung ablegen. Bei der mündlichen Matura müsse das Hauptaugenmerk auf den kommunikativen Fähigkeiten der Jugendlichen liegen. Dabei sollte sich kein reines Frage-Antwort-Spiel entwickeln, sondern eine Diskussion zwischen Prüfer und Kandidat. "Es ist aber natürlich schwer, so etwas explizit vorzuschreiben", räumte Schender ein. Einführen will er außerdem standardisierte Tests, die einen objektiven Vergleich zwischen Schülern verschiedener Lehranstalten zulassen und Leistungsstandards sicherstellen.

Neben organisatorischen Fragen will Schender auch die Lernmethoden reformieren und im Hinblick auf den Uni-Alltag mehr Fächer übergreifende Projekte, Exkursionen und Referate anbieten. Informatik solle nur in der Unterstufe als Pflichtfach unterrichtet werden, in der Oberstufe müsse der Schwerpunkt auf der Anwendung der neuen Technologien im Unterricht liegen, meinte der FPÖ-Politiker. (APA)

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