5.000-m-Gold und Weltrekord für Claudia Pechstein

24. Februar 2002, 00:24
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Berlinerin somit erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin - Greta Smit mühte sich zu Silber, Clara Hughes zu Bronze

Salt Lake City - Claudia Pechstein hat am Samstag das große deutsche Eis-Duell gegen Anni Friesinger für sich entschieden und darf sich nach ihrem vierten Olympia-Gold nun als erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin feiern lassen. Im abschließenden 5.000-m-Rennen verbesserte die tags zuvor 30 Jahre alt gewordene Berlinerin in sensationellen 6:46,91 Minuten den Weltrekord von Gunda Niemann-Stirnemann um 5,53 Sekunden und entschied nach ihrem Triumph über 3.000 m den brisanten Kampf gegen die bayrische 1.500-m-Olympiasiegerin, die nur Sechste wurde, mit 2:1 für sich.

Schneller Schock durch Gretha Smit

Zum Auftakt hatte die Niederländerin Gretha Smit, die am Ende vor der Kanadierin Clara Hughes (6:53,53) Zweite wurde, mit der Weltrekordzeit von 6:49,22 den deutschen Favoritinnen einen gehörigen Schock versetzt, als sie gleich drei Sekunden unter der Niemann-Bestmarke geblieben war. Die 26-jährige Tulpenhändlerin aus Staphorst war bisher nur als Eis-Marathonläuferin in Erscheinung getreten und hatte bei der nationalen Olympia-Qualifikation die Experten mit dem Landesrekord von 7:03,47 Minuten über 5.000 m verblüfft. "Beim Einlaufen habe ich gar nicht gespürt, in was für einer Superform ich bin", zeigte sie sich selbst von ihrer Leistung überrascht.

Angefeuert von Deutschlands Bundespräsident Johannes Rau und zahlreichen deutschen Olympia-Stars wie Georg Hackl versuchte Anni Friesinger im letzten Paar die Bestzeit von Pechstein noch zu unterbieten, scheiterte aber an ihrem Vorhaben und musste sich in 6:58,39 Minuten sogar mit Platz sechs begnügen. Sie blieb mit dieser persönlichen Bestzeit als dritte Deutsche nach Pechstein und Niemann-Stirnemann unter der Sieben-Minuten-Schallmauer.

Pechstein im Glück

Mit ihrem insgesamt siebenten olympischen Edelmetall (4/1/2) und dem historischen Gold-Hattrick über 5.000 m nach 1994 und 1998 setzte sich Claudia Pechstein ein Denkmal und zog in der Rangliste der erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken an Karin Kania-Enke und Gunda Niemann-Stirnemann (je 3/4/1) vorbei.

Pechsteins Goldmedaille brachte Deutschland in der separaten Olympia-Wertung der Eisschnelllauf-Wettbewerbe hinter den Niederlanden (3/5/0) mit drei Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen auf Platz zwei vor den USA (3/1/4). Und Pechsteins Weltrekord war im zehnten Olympia-Rennen die achte Bestmarke auf dem Utah Olympic Oval. Damit wurde selbst die Rekordbilanz von Calgary übertroffen, wo 1988 sieben Weltrekorde ausgelöscht worden waren. (APA/dpa)

Endstand des Eisschnelllaufs der Damen über 5.000 m:

1. Claudia Pechstein (GER) 6:46,91 (Weltrekord)
2. Greta Smit (NED) 6:49,22 + 2,31
3. Clara Hughes (CAN) 6:53,53 + 6,62
4. Cindy Klassen (CAN) 6:55,89 + 8,98
5. Warwara Baryschewa (RUS) 6:56,97 +10,06
6. Anni Friesinger (GER) 6:58,39 +11,48
7. Tonny de Jong (NED) 7:01,17 +14,26
8. Maki Tabata (JPN) 7:06,32 +19,41
9. Catherine Raney (USA) 7:06,89 +19,98
10. Kristina Groves (CAN) 7:07,16 +20,25

Eisschnelllauf - 5.000 m Damen:

GOLD: Claudia Pechstein (GER)

SILBER: Gretha Smit (NED)

BRONZE: Clara Hughes (CAN)

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