Weiterer Meningitisfall in Wien aufgetreten

24. Februar 2002, 12:43
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Mädchen "stabil" - Kein Zusammenhang mit Erkrankung eines Buben in Wiener Schule

Wien - In Wien sind am Wochenende zwei Fälle von Meningitis aufgetreten: Ein 16-jähriger Schüler der französischen Privatschule Lycee Francais verstarb am Samstag an einer besonders aggressiven Variante der Krankheit, ein einjähriges Mädchen wurde im SMZ-Ost auf Grund einer Gehirnhautentzündung behandelt. Der Zustand des Kleinkindes war am Sonntag "stabil". Die beiden Fälle stünden in keinerlei Zusammenhang, hieß es aus dem Büro von Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann.

Der verstorbene Schüler hatte zuerst über grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber geklagt. Am Freitag wurde die gefährliche Infektionskrankheit diagnostiziert, doch kam für den Burschen jede Hilfe zu spät: Am Samstag erlag er der Infektion. Weitere Krankheitsfälle von Schülern des Lycee wurden bis Sonntag nicht gemeldet.

Wie sich der Bursche angesteckt hat, kann laut dem Büro von Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann kaum mehr nachvollzogen werden. Die Ärzte setzten ihr Hauptaugenmerk darauf, weiteren Fällen vorzubeugen. Sämtliche Schüler und Lehrer des Lycee sowie der Verwandten- und Bekanntenkreis des Verstorbenen seien sofort mit der notwendigen antibiotischen Prophylaxe-Empfehlung versorgt worden.

Das Lycee wurde am Sonntagnachmittag desinfiziert. Zudem traf die Schulleitung gemeinsam mit Elternvertretern zu einer Besprechung mit den zuständigen Amtsärzten zusammen. Der Unterricht sollte am Montag wieder aufgenommen werden. Für beunruhigte Eltern wurde eine eigene Serviceline eingerichtet: Unter der Wiener Telefonnummer (01) 797 75-87880 geben Experten Auskunft.

Als Meningitis, eine anzeigepflichtige Erkrankung, werden alle entzündlichen Vorgänge an der Haut des Gehirns und des Rückenmarks bezeichnet. Intensive Formen dieser Entzündung greifen fast immer das Herz sowie die Nerven des Gehirns und des Rückenmarks an. Die übertragbare Erkrankung äußert sich durch Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Berührungsüberempfindlichkeit, Fieber, Erbrechen und Benommenheit. (APA)

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