Tiroler TBC: Kuhherde wird geopfert

23. Februar 2002, 19:11
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Vorsorglich wegen "zu großem Risiko"

Innsbruck - Nach dem vor wenigen Tagen bekannt gewordenen Fall einer an TBC erkrankten Kuh im Tiroler Zillertal, soll in den nächsten Tagen der gesamte Tierbestand des betroffenen Bauern gekeult werden, teilte der für Landwirtschaft zustandige LHStv. Ferdinand Eberle am Samstag mit.

Die Ergebnisse einer diagnostischen Impfung hätten zwar keinen weiteren "Infizierungsgrad" gezeigt, doch laut Experten sei das Risiko wegen der langen Inkubationszeit von TBC "zu groß".

Unklare Ursache

Bei einer geschlachteten Kuh war am Mittwochnachmittag eine "Mischinfektion" festgestellt worden. Da die Ursache unklar war, waren die übrigen 50 Tiere untersucht worden. Nach Ablauf einer dafür notwendigen 72-Stunden-Frist (diese Zeit braucht der diagnostische Impfstoff, um Wirkung zu zeigen), habe man auf Grund des Sicherheitsrisikos für die Konsumenten beschlossen, das Vieh zu vernichten. Laut Vorschrift müssten nur alle Tiere geschlachtet werden, wenn mehr als 40 Prozent krank sind.

Damit der Fortbestand des Betriebes dennoch gewährleistet sei, sollen der Bund, das Land und die Gemeinde finanzielle Mittel beisteuern, sagte Eberle. Nach Abschluss der Desinfektionsmaßnahmen könne am Bauernhof in wenigen Wochen die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Weitere Untersuchungen

Da als TBC-Überträger auf das Rind auch Menschen in Frage kommen, werde auch die Bauernfamilie untersucht. Ergebnisse dazu sollen am Montag vorliegen. Auch der gesamte Rinderbestand im Ort, jene Betriebe, die Tiere zugekauft hätten sowie das Almvieh, mit denen die Tiere des Bauern in Kontakt waren, sollen untersucht werden, führte Eberle weitere Schritte aus. Der letzte TBC-Fall trat in Tirol 1999 im Außerfern auf. (APA)

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