Polnischer Bischof soll Geistliche sexuell missbraucht haben

23. Februar 2002, 15:23
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Mehrere hohe Geistliche seien von ihren Ämtern zurückgetreten

Warschau/Posen - Der katholische Erzbischof von Posen (Poznan) in Westpolen, Juliusz Peaetz, soll Priester und Laien seiner Diözese sexuell missbraucht haben.

Vorwürfe gegen den Bischof

Eine Reihe von Betroffenen hätten schwere Vorwürfe gegen den Bischof erhoben und sich nun an den päpstlichen Nuntius in Polen und an den polnischen Episkopat gewandt, berichtete die konservative Zeitung "Rzeczpospolita" am Samstag. Der polnische Rundfunk berichtete, Paetz sei am Samstag zu einem Gespräch in die Nuntiatur einbestellt worden, dort aber nicht erschienen.

Mehrere hohe Geistliche des Posener Bistums seien im Zusammenhang mit dem Verhalten von Paetz von ihren Ämtern zurückgetreten, berichtete die "Rzeczpospolita".

Der Chefredakteur einer katholischen Zeitung wiederum, der auf Aufklärung drang, sei im Rahmen innerkirchlicher Strafmaßnahmen auf Mission nach Afrika geschickt worden. Schließlich seien einem persönlichen Freund von Papst Johannes Paul II. aus Krakau die seltsamen Personalveränderungen im Posener Bistum aufgefallen und die Vorwürfe gegen Paetz zu Ohren gekommen, woraufhin er sich an den Papst gewandt habe, hieß es in den Berichten. Erst dann sei eine innerkirchliche Untersuchung aufgenommen worden. Über die Ergebnisse sei bisher nichts bekannt. (APA/dpa)

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