Erster Erfolg für Napster

2. März 2002, 14:44
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Richterin spricht sich gegen Monopolisierung durch Musikkonzerne aus - Musiktauschbörse darf Beweisführung antreten

Die amerikanische Bezirksrichterin Judge Marilyn Hall Patel sorgt dafür, dass "Napster neu" einen ersten Erfolg verbuchen kann. Die Richterin entschied, dass die Betreiber von Napster, die der Musikindustrie Kartellabsprachen vorwerfen, vor Gericht ein Beweisverfahren führen dürfen.

Vereinbarungen kein Freibrief für Missbrauch

Nach Meinung der Richterin würden die beiden Onlinedienste MusicNet und PressPlay, die von großen Musikkonzernen ins Leben gerufen wurden, nur dazu beitragen den Wettbewerb zu verzerren. Eine Monopolstellung würde nicht nur Napster, sondern auch den Konsumenten schaden, so die Richterin. Hall Patel vertrat die Ansicht, dass Joint-Venture-Vereinbahrungen der Musikkonzerne untereinander kein Freibrief für einen Missbrauch oder Monopol-Stellungen sein dürfen.

Versuch ein Monopol zu errichten

Wenn Napster ausreichend Beweise für den Verdacht der Absprachen liefern könnte, würden diese dazu führen, dass die Labels die Napster mit Klagen eindeckten und so zur Schließung der Musikbörse beitrugen, dies nur getan haben, um ein Monopol zu errichten. Die Klagen der Labels gegen Napster könnten dann außer Kraft gesetzt werden.

RIAA kündigt weitere rechtliche Schritte an

Cary Sherman, Rechtsbeistand der RIAA, kündigt nach Bekanntwerden dieser Entscheidung sogleich neue rechtliche Schritte an. Napster verhandelt mit allen fünf großen Labels, um eine Einigung in der Frage der Lizenzierung ihres Musikangebots zu erreichen. Kein anderes Online-Musikservice kann bisher das Repertoire aller fünf Labels anbieten. Hilbers überlegt den Neustart von Napster ohne eine Einigung mit allen Fünf, zeigte sich aber selbstbewusst bezüglich einer solchen Vereinbarung.(red)

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