Hoffnung auf Frieden in Angola nach Tod von Jonas Savimbi

23. Februar 2002, 21:22
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Noch keine Reaktion der UNITA zum Tod ihres Anführers

Luanda - Die Nachricht vom Tod des Anführers der angolanischen Rebellenorganisation UNITA, Jonas Savimbi, hat die Hoffnungen auf ein Ende des langjährigen Bürgerkriegs in dem südwestafrikanischen Land verstärkt.

Die Regierung erklärte, entscheidend sei nun die Reaktion der UNITA. Die Regierung sei bereit, umfassende Vorschläge für eine Einstellung aller Feindseligkeiten zu machen. Eine offizielle Reaktion der UNITA (der "Nationalen Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas") auf den Tod Savimbis gab es zunächst nicht.

Portugal bestätigt Meldungen

Die portugiesische Regierung hat den Tod von Savimbi, der in der Vergangenheit schon mehrmals fälschlicherweise als tot gemeldet worden war, offiziell bestätigt. Der UNITA- Führer sei am Freitag mit seinen Truppen in der Provinz Moxico in einen Hinterhalt der angolanischen Regierungstruppen geraten und bei einem Feuergefecht getötet worden, teilte das Außenministerium in Lissabon am Samstag mit.

Nach Angaben des portugiesischen Fernsehsenders SIC zeigten die angolanischen Regierungstruppen einer Gruppe von Reportern die Leiche Savimbis. Der Tote habe 15 Einschüsse aufgewiesen, hieß es. Der Sender bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der staatlichen angolanischen Nachrichtenagentur Angop. Danach sollen zusammen mit Savimbi zwei Generäle seiner Rebellentruppe sowie annähernd 20 weiteren Personen gefallen sein. Zwei enge Mitarbeiter des Rebellenchefs seien dagegen entkommen.

Aufruf zu Ende des Bürgerkriegs

Portugal rief die Regierung und die Rebellen in seiner Ex-Kolonie dazu auf, den längsten Bürgerkrieg auf dem afrikanischen Kontinent zu beenden. Portugal, die USA und Russland - die drei Garantiemächte für den Frieden in Angola - waren nach diesen Angaben offiziell von der angolanischen Regierung vom Tod Savimbis unterrichtet worden.

Tod Savimbis löste in Teilen Luandas Jubel aus

Die Nachricht vom Tod Savimbis löste in Teilen Luandas Jubel aus. Soldaten fuhren in Armeewagen jubilierend durch die Straßen und zahlreiche Menschen veranstalten mit ihren Autos ein Hupkonzert. "Er (Savimbi) wollte nur Krieg, Krieg, Krieg", sagte ein Mann. "Ich denke, jetzt wird Frieden kommen, weil Savimbi einer der führende Persönlicheiten des Aufstands war."

Jahrzehnte langer Kampf

Savimbi hatte 1966 die Nationale Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas (UNITA) gegründet. Seit der Unabhängigkeit Angolas von Portugal 1975 herrscht in dem Land Bürgerkrieg. In den Kämpfen sind Schätzungen zufolge eine Million Menschen getötet worden. In weiten Teilen des Landes herrscht große Armut. Dabei verfügt Angola über reiche Vorkommen von Edelsteinen und Öl. Die Einnahmen daraus flossen jedoch in erster Linie in die Kriegskasse der Konfliktparteien. Die UNITA wurde früher vom südafrikanischen Apartheidregime und den USA massiv unterstützt. (APA/dpa)

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