Man gönnt sich ja sonst nichts

23. Februar 2002, 03:01
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8.-17. März: The European Fine Art Fair "TEFAF Maastricht"

"Maastricht, das gönnt man sich" lautet der Tourismus-Slogan dieser Niederländischen Provinzstadt, die (markt-)strategisch günstig an den Landesgrenzen von Belgien und Deutschland liegt. Maastricht gönnen sich seit nunmehr 15 Jahren immer im Frühjahr Kunstinteressenten der höheren Liga und Kunstkäufer der höchsten Liga - zum Beispiel Van Goghs Kornfeld mit Garben um läppische 3,8 Millionen Dollar (bei Frans Jacobs, Amsterdam). Man ahnt es: Die nahezu konkurrenzlose TEFAF Maastricht (The European Fine Art Fair) bildet für knapp zehn Tage wieder einmal das Zentrum des globalen Kunsthandels (zeitgenössische Kunst mal ausgenommen).

Berühmt für ihre Alten Meister, haben aber auch andere Segmente in den vergangenen Jahren stark angezogen, wobei auch hier die Tendenz zum dekorativen Interieur abzeichnet - wie es etwa der Belgier Axel Vervoordt an seinem Messestand und mit seinem Kunst-Schloss seit jeher vorzeigt. Bei Durchsicht des Kataloges fällt ein besonders starkes Segment von Kunst außereuropäischer Kulturen auf, ein Spezialgebiet der ehemaligen TEFAF Basel. In der Möbel-Sektion trägt man der Tatsache Rechnung, dass teure Stücke nicht mit dem Jugendstil enden: Bestes Beispiel dafür die vom Kunsthandel Frans Leidelmeijer nach Maastricht geschickte, außergewöhnliche Möbelgruppe von Gerrit Rietveld, bestehend aus einem Tisch und vier Stühlen, darunter ein für einen Rietveld-Freund angefertigter Zickzack-Stuhl von 1934.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24. 2. 2002)

Von
Doris Krumpl

8.-17. 3.: The European Fine Art Fair, Maastricht (NL), Congress Center (MECC), Eintritt EURO30.- inkl. Katalog. www.tefaf.com, Infos: info@tefaf.com, Info-Tel. (vor Beginn der Messe): +31-411-645090. Hotelreservierungen Tel. +31-43-608 8890, www.mecc.nl/ hotelservice, vvvmaastricht.nl
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