Angolanische Regierung meldet Tötung von UNITA-Chef Savimbi

22. Februar 2002, 22:38
posten

Bei Gefecht im Südosten - Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen

Luanda/Lissabon - Der Führer der rechtsgerichteten angolanischen UNITA-Rebellen, Jonas Savimbi, ist nach Angaben der Regierung in Luanda bei Kämpfen im Südosten des Landes getötet worden. Eine entsprechende Erklärung wurde am Freitag in den angolanischen Medien verlesen. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben war zunächst nicht möglich. Ein angolanischer Regierungssprecher bestätigte den Tod Savimbis in einem Interview mit dem portugiesischen Radiosender TSF. In der Erklärung hieß es, Savimbi sei am Nachmittag in der Provinz Moxico getötet worden.

Savimbis Rebellengruppe UNITA kämpft gegen die vormals kommunistischen Rebellen von Präsident Eduardo dos Santos seit fast 30 Jahren um die Macht in dem an Bodenschätzen reichen südwestafrikanischen Land. Nach Schätzungen wurden fast eine halbe Million Menschen in dem Konflikt getötet und vier Millionen vertrieben. Menschenrechtsgruppen machen beide Seiten für Gräueltaten verantwortlich.

Nach der Meldung von Savimbis Tod rief die Polizei die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Regierung erklärte weiter, sie rechne noch nicht mit einem Ende des Bürgerkriegs. Die Beobachterstaaten des Friedensprozesses, die USA, Russland und Portugal, seien unterrichtet worden. Savimbis Leiche sei in der Hand der Regierungstruppen, sagte der Regierungssprecher. Sie werde der Öffentlichkeit bald präsentiert. Die UNITA bekämpft die angolanische Regierung seit der Unabhängigkeit des Landes von der Kolonialmacht Portugal im Jahre 1975. Bei dem Konflikt wurden nach Schätzungen über eine halbe Million Menschen getötet.

Von Seiten der UNITA war kein ranghoher Vertreter erreichbar. Eine Offensive der Regierungstruppen hat die Rebellengruppe im vergangenen Jahr aus einigen ihrer Hochburgen verdrängt; viele Einheiten haben sich in den Busch zurückgezogen. In den vergangenen Monaten hatte das Heer mitgeteilt, es habe Savimbis Truppen in der Provinz Moxico umstellt. In der Region wurden seitdem mehrere UNITA-Offiziere gefangen genommen.

Über eine Nachfolgeregelung für Savimbi, der 67 Jahre alt war, war nichts bekannt. Nach dem Ende des Kalten Krieges, bei dem sie von den USA unterstützt wurde, finanzierte die UNITA ihren Kampf vermutlich durch den Verkauf von Diamanten - trotz eines Öl- und Waffenembargos. Die Regierung finanziert ihren Krieg aus Einnahmen der Ölförderung vor der Küste.

In dem seit der Unabhängigkeit von Portugal 1975 andauernden Bürgerkrieg hatten die Vereinten Nationen 1994 einen Frieden vermittelt, der 1998 gebrochen wurde. Auch davor ausgehandelte Friedensabkommen waren gescheitert. UNITA ist die portugiesische Abkürzung für Nationale Union für die totale Unabhängigkeit von Angola. Im Kalten Krieg - der Konfrontation zwischen den damaligen Supermächten USA und Sowjetunion - hatten die Amerikaner vor allem in den 80er Jahren Savimbi und die UdSSR die linksgerichtete Regierung unterstützt. Auf Seite der Regierung kämpften auch kubanische Truppen gegen die UNITA.(APA/AP/dpa)

Share if you care.