Großbanken tüfteln an Kirch-Rettung

22. Februar 2002, 19:15
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"Bis zu dreizehn Milliarden Euro Schulden"

München/Frankfurt - Die Verhandlungen der Banken über ein gemeinsames Rettungskonzept für den hochverschuldeten Medienkonzern KirchGruppe kommen voran. "Die Gespräche sind auf gutem Weg", hieß es am Freitag in deutschen Finanzkreisen.

Beteiligungsverkauf

Ein wichtiger Teil des Bankenkonzepts ist der Verkauf der Beteiligung der KirchGruppe am Axel Springer Verlag. Die bayerische HypoVereinsbank (HVB) hatte Kirch dafür vor zwei Wochen 1,1 Mrd. Euro (15,1 Mrd. S) angeboten. Seit diesem Vorstoß von HypoVereinsbank-Chef Albrecht Schmidt arbeiten acht Gläubigerbanken an einer gemeinsamen Lösung für Kirch. HVB-Chef Schmidt soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auch mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder über die Situation der KirchGruppe gesprochen haben.

Milliarden-Schulden

In den Tagen davor soll auch der Medientycoon Rupert Murdoch beim deutschen Bundeskanzler vorgesprochen haben. Insgesamt steht Kirch bei seinen Gläubigern mit mindestens sechs Mrd. Euro in der Schuld. In Medienberichten war sogar von Schulden bis zu acht Mrd. Euro und zusätzlichen Verbindlichkeiten in Höhe von fünf Mrd. Euro die Rede. Das deutsche Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hat nach Informationen der Süddeutschen allein bei den Banken Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt rund sieben Mrd. Euro ermittelt. In Österreich sind Bawag und RZB bei Kirch engagiert. (dpa, DER STANDARD, Printausgabe 23.2.2002)

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