EU: Keine Richtlinien mehr für Zusammenschaltungsentgelte

22. Februar 2002, 19:05
posten

Aufhebung von Regulierungsbestimmung geplant

Die EU-Kommission verabschiedete am Freitag eine Empfehlung zur Abschaffung der Richtwerte für Zusammenschaltungsentgelte zwischen den einzelnen Festnetzbetreibern. Die Richtpreise, die bei der Öffnung des Marktes der Förderung des Wettbewerbs dienten, sollen laut Kommission nun von den Behörden der Mitgliedstaaten reguliert werden. Dieser Schritt wurde mit den sinkenden Preisen für Telefonanrufe innerhalb der EU begründet.

Unnötig

Die Empfehlung zu den Zusammenschaltungsentgelten für die Anrufzustellung betrifft die Entgelte, die ein Betreiber von einem anderen für die Anrufzustellung in seinem eigenen Netz verlangt. Diese Entgelte wirken sich auf die Preise aus, die die Verbraucher für Telefonanrufe bei Teilnehmern anderer Festnetze zahlen müssen. "Die Empfehlung führte dazu, dass die Preise für die Anrufzustellung in Festnetzen in der EU nun weltweit besonders wettbewerbsfähig sind. Angesichts der sinkenden Preise hält es die Kommission nicht mehr für notwendig, die Preise auf der Grundlage der ‚besten gegenwärtigen Praxis‘ für die Zusammenschaltungsentgelte in Festnetzen neu festzusetzen", kommentiert Erkki Liikanen, EU-Kommissär für Unternehmen und Informationsgesellschaft den Schritt.

Mobilfunk ausgenommen

Nach dem derzeitigen Rechtsrahmen müssen Festnetzbetreiber gewährleisten, dass die Entgelte für die Anrufzustellung in ihren Netzen kostenorientiert sind. Da die Preise innerhalb der EU auf die Höhe der von der Kommission empfohlenen Entgelte gesunken sind, wird es nicht mehr als notwendig angesehen, die Bestimmung aufrecht zu halten. Die Richtlinie für die Anrufzustellung in Festnetzen gilt nicht für die Zusammenschaltung mit Mobilfunknetzen, die derzeit anderen Vorschriften unterliegt. (pte)

Share if you care.