KirchMedia und ProSiebenSat.1 verschieben Fusion

22. Februar 2002, 18:35
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Telecinco-Verkauf steht unmittelbar bevor

Angesichts der schweren Finanzprobleme des Münchner Medienhändlers Leo Kirch wird die für Juni geplante Fusion der beiden Konzerntöchter KirchMedia und ProSiebenSat.1 verschoben. Der vorgesehene Zeitplan werde korrigiert, erklärten KirchMedia und ProSiebenSat.1 am Freitag in München. Beide Seiten seien aber "unverändert davon überzeugt, dass die Fusion für beide die strategisch sinnvollste Lösung darstellt".

KirchMedia werde nun "zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen umfassenden Fusionsplan vorlegen". Vor einer Fusion wolle die hoch verschuldete KirchGruppe erst ihre Finanzbasis verbessern, hieß es in einer Pflichtmitteilung an der Frankfurter Börse.

Telecinco-Verkauf steht unmittelbar bevor

Darunter fällt auch der erwartete Verkauf der 25-prozentigen Beteiligung an dem spanischen Free-TV-Sender Telecinco. Dieser steht nun offenbar unmittelbar bevor. "Die Verhandlungen befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium und sollen in Kürze abgeschlossen werden."

Vor der Fusion werde sich das Unternehmen gleichfalls von der rund 40-prozentigen Beteiligung der KirchBeteiligungs GmbH am Axel Springer Verlag trennen, erklärte Kirch weiter. Dazu lägen der KirchGruppe "attraktive Angebote von Finanzinvestoren vor". Entsprechende Gespräche würden zur Zeit geführt. Die HypoVereinsbank hatte Kirch angeboten, den Anteil für 1,1 Mrd. Euro (15,1 Mrd. S) zu übernehmen. Später hatten auch weitere Banken Interesse bekundet.

Voraussetzung für Fusion

Weitere Voraussetzung für den Zusammenschluss von KirchMedia und ProSiebenSat.1 ist den Angaben zufolge "eine stabile Lösung für die Eigentümerstruktur und Finanzierung" des Bezahlsenders Premiere World. Darüber hinaus wären KirchMedia und ProSiebenSat.1 überein gekommen, dass die Mehrheitsbeteiligung an der Rennsportserie Formel Eins "nur dann Teil des fusionierten Unternehmens werden soll, wenn zuvor eine zufriedenstellende Lösung mit den Rennsportteams und den involvierten Automobilherstellern gefunden worden ist". (APA/AFP)

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