Fonds setzt auf Menschenrechte

22. Februar 2002, 19:22
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Größter US-Pensionsfonds zieht hohe Investments aus einigen Ländern Südostasiens ab, weil diese neue Kriterien des Fonds nicht erfüllen

San Francisco - Calpers, der größte Pensionsfonds der USA, hat den Abzug hoher Investments aus Ländern Südostasiens angekündigt, die den neuen Kriterien des Fonds - darunter Sozialstandards und Menschenrechte - nicht standhalten.

In Thailand, den Philippinen und Indonesien will Calpers (California Public Employees' Retirement System) kaum noch investieren, obwohl diese Märkte zu den Performance-Spitzenreitern zählen. Der größte Pensionsfonds der USA hat rund eine Milliarde Dollar seines enormen Anlagekapitals von 151 Mrd. Dollar (173,65 Mrd. €, 2389,48 Mrd. S) in Schwellenländern investiert.

"Corporate Governance"

Angesichts des Enron-Kollapses und der folgenden Verunsicherung achten viele Fondsmanager verstärkt auf Aspekte wie "Corporate Governance" und den Anlegerschutz. Tabu sind nach der neuen Politik des Fonds Aktien wie PT Unilever Indonesia, eine Tochtergesellschaft des niederländischen Konzerns, und PT BAT Indonesia, Tochter der British American Tobacco. Diese Aktien sind heuer bereits um 29 beziehungsweise 27 Prozent geklettert.

Ethische Kriterien

Bei der Überprüfung der Investmentkriterien legt Calpers nun ähnliche Maßstäbe an wie die so genannten "ethischen" Investmentfonds und stützt sich dabei auch auf Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Dabei werden Faktoren wie die Unabhängigkeit des Rechtssystems eines Landes berücksichtigt, aber auch, in welchem Maße Gesetze tatsächlich eingehalten werden. Es geht sowohl um Bereiche wie Kinder- und Zwangsarbeit sowie Gewerkschaftsfreiheit. Aber auch andere Aspekte der Corporate Governance wie Transparenz des Kapitalmarkts und Investorenschutz werden berücksichtigt.

"Wir haben jetzt eine Checkliste dafür, welche Länder für institutionelle Investments geeignet sind", erklärt Michael Flaherman, Chef des Anlageausschusses von Calpers. (Bloomberg, est, DER STANDARD, Printausgabe 23.2.2002)

KOMMENTAR
Anlageriese mit Gewissen
Von Erhard Stackl

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