Land der Berge profitiert von Kurzurlaubsverhalten

22. Februar 2002, 17:21
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Statistik Austria bestätigt: 2001 war für Österreich Tourismus-Rekordjahr

Wien - Nun liegt es schwarz auf weiß vor: 2001 war ein absolutes Rekordjahr für den Österreich-Tourismus. Die Statistik Austria hat 115,07 Mio. Nächtigungen gezählt, um 1,3 Prozent mehr als im Jahr davor. Noch stärker zugelegt haben die Gästenächtigungen, und zwar um zwei Prozent auf 26,88 Millionen. Der Tourismusumsatz kletterte um 7,5 Prozent auf 16,5 Mrd. Euro (227 Mrd. S).

"Die Latte für heuer liegt sehr hoch", sagte Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann bei der Präsentation der Tourismusbilanz 2001. Aufgrund der hervorragend laufenden Wintersaison sollte es aber möglich sein, trotz der lahmenden Konjunktur an die Rekordzahlen des Vorjahres anschließen zu können.

Trend zum Kurzurlaub

Der Trend zum Kurzurlaub sei ungebrochen, und Österreich profitiere davon in besonderem Maße, sagte der Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts, Egon Smeral. Hielt sich ein Urlaubsgast 1990 noch im Durchschnitt knapp fünf Tage in Österreich auf, sind es jetzt nur mehr 4,3 Tage. Dafür kommen die Gäste aber mehrmals im Jahr.

Städtetourismus erleidet Einbruch

Smeral geht davon aus, dass mit dem zur Jahresmitte erwarteten Konjunkturaufschwung auf die weltweite Tourismusnachfrage wieder steigt. Erstmals seit 20 Jahren gab es im Vorjahr weltweit einen Rückgang bei den Touristenzahlen um 1,3 Prozent. Die Terroranschläge vom 11. September in New York und Washington haben vor allem die Lust auf Fernreisen gedrosselt. Mehr Österreicher sind im Land geblieben, aber auch mehr deutsche Gäste haben sich statt für eine Südsee-Destination für einen Urlaub in den Bergen entschieden. Nach Rückgängen in den Jahren davor hat die Statistik Austria eine Zunahme bei den Übernachtungen von Gästen aus Deutschland um 0,8 Prozent auf 52,77 Mio. verzeichnet. Einbrüche gab es hingegen bei Gästen aus Amerika (minus 15,8 Prozent), was insbesondere den Städtetourismus und hier vor allem Wien hart getroffen hat. Smeral schätzt, dass die Erholung des Städtetourismus noch einige Zeit auf sich warten lassen wird.

Tourismusfördermittel aufgestockt

An Tourismusfördermitteln stehen heuer in Österreich insgesamt 130 (Vorjahr: 89,2) Mio. Euro zur Verfügung. Während der Bundesbeitrag zur Tourismusförderung mit rund 24 Mio. Euro nahezu unverändert geblieben ist, hat insbesondere Kärnten das Tourismusbudget kräftig aufgestockt. Für eine "Qualitätsoffensive" stehen im südlichsten Bundesland neben dem ordentlichen Budget von 11,4 Mio. Euro zusätzlich noch außerordentliche Mittel in Höhe von 36,3 Mio. Euro zur Verfügung. (Der Satndard, Print-Ausgabe, stro)

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