Eremit in Bosnien erfuhr nach sechs Jahren vom Kriegsende

22. Februar 2002, 17:01
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Wanderer erzählten die "Neuigkeit"

Sarajevo - Ein Einsiedler in den Bergen Bosniens, hat mit sechs Jahren Verspätung vom Kriegsende in seinem Land erfahren. Wanderer hätten den bosnischen Serben bei einer einsamen Hütte gefunden, sagte der britische Major Nigel Taylor in Sarajevo. Nun werde er von der Friedenstruppe SFOR mit Nahrung und Kleidung versorgt. Der Mann lebe bei Sipovo im Südwesten des Balkanstaates in einem stark verminten ehemaligen Frontgebiet, in dem es auch Bären und Wölfe gibt.

Seit sechs Jahren keinen Kontakt mehr mit Menschen

"Als wir ihn zuerst getroffen haben, war er schmutzig, verängstigt und er konnte nicht mehr viel sprechen, weil er sich seit mehr als sechs Jahren nicht mehr mit Menschen verständigt hatte", sagte der Offizier. In den vergangenen Jahren habe der Mann von getöteten Kleintieren und Beeren gelebt. Der ehemalige Schäfer sei in die Berge geflüchtet, nachdem seine beiden Brüder ermordet wurden. Der Mann sei vorher mehrere Monate lang in Haft gewesen. Im November 2001 wurde er schließlich in der Einsamkeit gefunden. (APA)

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