Vom Wunder der Freundlichkeit

25. Februar 2002, 13:31
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Eine amerikanische Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Freundlichkeit zu fördern ganz nach dem Motto "Unternehmt Gesten spontaner Freundlichkeit und sinnloser Schönheit!"

Hat Ihnen ein/e Unbekannte/r schon mal Blumen geschenkt? Oder in der Kantine einen Kaffee bezahlt? Ist das vor der Haustür abgestellte Müllsackerl von unbekannter Hand zur Abfalltonne getragen worden? Nicht wundern, sondern freuen. Vielleicht waren die guten Geister von der Stiftung "Spontane Freundlichkeit" inspiriert, die aus Denver im US-Bundesstaat Colorado eben das fördern will: spontane Freundlichkeit.

"Welche Weisheit ist größer als die Freundlichkeit?", zitiert die Stiftung den französischen Philosophen Jean Jacques Rousseau. Die Stiftung hat sechs bezahlte Mitarbeiter und entwickelt Ideen für Schulen, Vereine und Gemeinden, die Liebenswürdigkeitsinitiativen starten wollen. Da werden Kekse für die Feuerwehr gebacken, Kaffee an im Stau stehende Autofahrer verteilt oder bunte Abende für Altersheimbewohner organisiert.

"An einem kalten dunklen Morgen ...

Die Begeisterung teilt auch Chris, der der Stiftung von einem solchen Akt der Freundlichkeit berichtet hat. Jeden Morgen schlurft er auf dem Weg zur Arbeit am selben Cafe vorbei und bestellt Kaffee und Kuchenstück. "An einem kalten dunklen Morgen sagte mir die Bedienung, der Kaffee sei bereits bezahlt. Jemand habe Geld für 20 Kaffee dagelassen, ich sei Nummer Acht. Ich blieb und sah die Leute an, die nach mir kamen. Zuerst blickten wir uns alle nur verstohlen um, aber dann breitete sich überall das Lächeln aus."

Eine obdachlose Frau soll den Trend zur Freundlichkeit Anfang der neunziger Jahre ausgelöst haben. Auf eine Papierserviette schrieb sie in einem Cafe in Berkeley in Kalifornien: "Unternehmt Gesten spontaner Freundlichkeit und sinnloser Schönheit!" Die Serviette wurde legendär und führte schließlich 1993 zu einem Buch, in dem Austeiler und Empfänger spontaner Freundlichkeit ihre Geschichten erzählten. Der Herausgeber, Conari Press, war von der Resonanz so überwältigt, dass 1995 die Stiftung entstand.

Die Operation in Denver funktioniert mit Unterstützung eines freundlichen Gönners, der jedes Jahr fünf Millionen Dollar (5,72 Mill. Euro/78,7 Mill. S) zur Verfügung stellt. (apa/red)

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