Deutsche Inflation unter zwei Prozent

22. Februar 2002, 15:39
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Rate in Hessen und Sachen markant gesunken

Hamburg - Die Teuerung in Deutschland dürfte nach einem kurzen Schub im Jänner schon im Februar wieder deutlich unter die 2-Prozent-Marke gefallen sein. Darauf deuten die ersten Ergebnisse aus zwei Bundesländern hin, die am Freitag vorgelegt wurden. Danach fiel die jährliche Teuerungsrate in Hessen auf 1,7 Prozent, nach 2,1 Prozent im Jänner. In Sachsen ging sie sogar von 2,3 auf 1,6 Prozent zurück. Diese aktuellen Zahlen bestätigen die Erwartung der Währungshüter, dass an der Preisfront schon bald wieder Entspannung eintreten werde.

"Der Euro ist kein Teuro", unterstrich Verbraucherschutzministerin Renate Künast am Freitag in Berlin. "Der größte Teil der Preissteigerung war saisonal bedingt. Das schlechte Wetter in den südlichen Ländern war beispielsweise Schuld an den höheren Preisen von Gemüse."

Bundesweit war die Inflationsrate im Jänner auf 2,1 Prozent geklettert, nach 1,7 Prozent im Dezember und November. Allein von Dezember auf Jänner waren die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte um 0,9 Prozent gestiegen. Neben Nahrungsmitteln war der entscheidende Preistreiber der Staat - mit einer Reihe von Steuererhöhungen zum Jahresbeginn.

Deutsche Bundesbank: "Subjektives Empfinden"

Die Deutsche Bundesbank hat die hitzige Debatte um einen angeblichen Euro-Preisschub daher schon längst auf das Konto "subjektives Empfinden vieler Verbraucher" geschrieben, das von der Statistik widerlegt werde. Volkswirte rechnen für 2002 mit einer durchschnittlichen Inflation von 1,5 (2001: 2,5) Prozent.

Ein entscheidende Faktor für die aktuelle Entspannung sind - ebenso wie beim Anstieg zuvor - rückläufige Nahrungsmittelpreise. "Auf dem Nahrungsmittelmarkt sind die Preise im Durchschnitt gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent zurückgegangen", berichteten die sächsischen Statistiker in Kamenz. Während der Verbraucher für Obst (0,8 Prozent) tiefer in die Tasche greifen musste, wurde Gemüse im Durchschnitt 9,1 Prozent günstiger angeboten. Unter dem Strich blieben die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte in Sachsen von Jänner auf Februar unverändert; in Hessen ergab sich allerdings ein Plus von 0,3 Prozent. (APA)

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