Schneesturm legte Südskandinavien lahm

22. Februar 2002, 12:17
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Chaotische Verkehrsverhältnisse von Schweden bis Norddeutschland

Hamburg/Offenbach/Kopenhagen - Schnee, Sturm und Eis haben am Freitagmorgen für chaotische Verkehrsverhältnisse von Schweden bis nach Norddeutschland gesorgt. In den nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, aber auch in Hessen, hatten die Autofahrer auf Landstraßen und Autobahnen mit Eisglätte, Schneematsch und oft langen Staus zu kämpfen. Ebenso sah es in Brandenburg und Berlin aus.

Schneesturm mit 100 km/h

Straßen mussten gesperrt werden, es kam zu zahlreichen Unfällen. Meist blieb es jedoch bei Blechschäden. In der Nacht war ein Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern über den Norden hinweggefegt. Die höchste Windgeschwindigkeit wurde in Deutschland mit rund 115 Stundenkilometern auf Helgoland gemessen. Der Flughafen Hamburg war wegen vereister Rollbahnen am Freitagmorgen zeitweise lahm gelegt. Der Deutsche Wetterdienst in Hamburg gab am Freitag eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste heraus.

Verkehr lahmgelegt

Noch schwerer traf es Dänemark und Südschweden, wo in weiten Teilen so gut wie alle Verkehrsverbindungen zu Land, Wasser und in der Luft betroffen waren. So wurden in Dänemark die meisten Überlandstraßen sowie die Storebelt-Brücke zwischen Ost- und West- Dänemark und die Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Südschweden wegen heftiger Sturmböen für den Verkehr gesperrt. Eine nächtliche Rettungsaktion der dänischen Luftwaffe für einen kranken Passagier auf einer kleinen Fähre von Oslo nach Kiel musste wegen Sturms und Eisregens abgebrochen werden. Die Fähre lief später vor Korsör auf Grund und sollte freigeschleppt werden, teilte die Schifffahrtsbehörde SOK mit.

Auch auf den norddeutschen Straßen blockierten im Schneegestöber liegen gebliebene Lastwagen vielfach den Verkehr. Viele Autofahrer stiegen auf den öffentlichen Nahverkehr um. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern lobte die Autofahrer für ihre überwiegend vorsichtige Fahrweise.

In Teilen von Hessen und Rheinland-Pfalz behinderte außer dem Winterwetter auch Hochwasser den Verkehr, so an Uferstraßen in den hessischen Kreisen Marburg-Biedenkopf, Gießen, Main-Kinzig und Bergstrasse. In Rheinland-Pfalz waren die Bundesstraße Koblenz-Trier (B 49) bei Cochem und die Bundesstraße Koblenz-Treis-Karden (B 416) bei Hatzenport wegen des Mosel-Hochwassers gesperrt. (APA/dpa)

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