Eltern können Prüfungsängste bei Kindern abbauen

22. Februar 2002, 12:17
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Positive Aufwertung der Fähigkeiten und weniger Erwartungen die belasten

Köln - Prüfungsängste von Kindern werden häufig von einem Fehlverhalten der Eltern ausgelöst. Das gilt vor allem bei zu hohen Erwartungen, einer überkritischen Haltung oder einer Überbewertung von Noten, wie eine Studie der Universität Köln ergab. Demnach können Eltern die Ängste ihres Kindes abbauen, indem sie ihm zu einer positiveren Bewertung der eigenen Person verhelfen.

Ängste blockierten die Schüler

Die Ängste blockierten die Schüler häufig so sehr, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr sorgfältig und korrekt bearbeiten könnten, betont die Psychotherapeutin Lydia Suhr. Sie empfiehlt Vätern und Müttern, einige Regeln für Prüfungssituationen zu beachten: So sei es für das Kind hilfreich, wenn die Prüfungstage so normal wie möglich gestaltet würden. Auch sollten sich die Eltern auf keinen Fall von der Angst und Nervosität ihres Sohnes oder ihrer Tochter anstecken lassen, sondern Ruhe und Gelassenheit bewahren.

Positive Aufwertung der Fähigkeiten

Kinder, die unter besonders starker Prüfungsangst leiden, haben nach Erkenntnissen der Psychotherapeutin meist nur wenig Zutrauen zu sich selbst und zu ihren Fähigkeiten. Sie erwarteten regelrecht ihren Misserfolg. Ausgehend von der Erkenntnis, dass unterschiedliche Gedanken auch unterschiedliche Gefühle auslösen, entwickelte Suhr als Therapie so genannte "Angst-Killer-Gedanken", wie zum Beispiel: "Ich fange mit dem an, was ich kann. Ich kann es schaffen. Ich habe es doch schon mal geschafft." Auf diese Weise könnten die Kinder lernen, ihre Angstgefühle deutlich zu mindern und zu kontrollieren.

Vorbereitung zeitlich optimal zu organisieren

Die Expertin von der Kölner Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters will aber nicht nur Methoden zur Angstbewältigung vermitteln, sondern auch Techniken einer gezielten Prüfungsvorbereitung. So sollen die Kindern lernen, ihre Vorbereitung zeitlich optimal zu organisieren, indem sie Tages- und Wochenlernpläne erarbeiten. Mit Lehrern und Mitschülern sollen sie sich über den Lernstoff austauschen, um sich so wichtige Informationen zu beschaffen.

Ursachensuche bei Prüfungsängsten

Vor einer therapeutischen Behandlung der Prüfungsängste sollten aber Intelligenz- und Konzentrationstests durchgeführt werden, rät Suhr: Nur so könne festgestellt werden, ob Leistungsdefizite tatsächlich in der Prüfungsangst ihre Ursache hätten oder aber Folge von intellektueller Überforderung oder so genannter Aufmerksamkeitsstörungen seien. (APA/AP)

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