Zusammenhang zwischen Virus und Hirntumoren bei Kindern entdeckt

22. Februar 2002, 12:02
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70 Prozent aller Menschen infizieren sich bis zum 14. Lebensjahr mit JC-Virus

Washington - Ein weit verbreitetes Virus spielt möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Hirntumoren. Darauf deutet eine Studie der Universität von Philadelphia hin. Die Wissenschafter entdeckten in 20 Proben von Hirntumoren bei Kindern Proteine des so genannten JC-Virus, mit dem sich Schätzungen zufolge 65 bis 70 Prozent aller Menschen bis zum 14. Lebensjahr infizieren.

Eerreger bleibt bei gesunden Immunsystem ungefährlich

Der Erreger bleibt ungefährlich, solange das Immunsystem des Patienten nicht geschwächt oder - wie bei Aids- oder Transplantations-Patienten - zerstört ist. Dann droht als Folge der Infektion die gefährliche Leukoenzephalopathie, eine krankhafte Veränderung der weißen Hirnsubstanz. Rund vier Prozent aller Aids-Patienten erkranken daran.

Medulloblastom - Häufigsten Hirntumor bei Kindern

Nun fand der Wissenschafter Kamel Khalili erstmals Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer JC-Virus-Infektion und dem häufigsten Hirntumor bei Kindern, dem so genannten Medulloblastom. An diesem extrem aggressiven und nur sehr schwer zu behandelnden Krebs erkrankt eines von 200.000 Kindern. Fünf Jahre nach der Diagnose leben nur noch rund 50 Prozent der Patienten.

Khalili setzt daher große Hoffnungen in seine Forschungen, die in der Zeitschrift des Nationalen Krebsinstituts der USA veröffentlicht wurden: Sollte sich ein solcher Zusammenhang bestätigen lassen, könnte möglicherweise ein Impfstoff entwickelt werden, mit dem der Tumor bekämpft oder zumindest seine Ausbreitung verhindert werden könnte. (APA/AP)

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