Tele2 erwägt Einstieg in den Mobilfunk in Österreich

22. Februar 2002, 12:17
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Österreichchef Wieser verlangt Teilung der Telekom Austria zur Liberalisierung der Infrastruktur

Der alternative Telekomanbieter Tele2 erwägt nach seinen Erfolgen im Festnetzbereich in Österreich nun auch den Einstieg am heimischen Mobilfunkmarkt. So wie in den Niederlanden, in Deutschland oder Dänemark, wo Tele2 sich bei anderen Handynetzbetreibern einmietet, plant auch die Österreich-Tochter des börsennotierten schwedischen Telekomkonzerns den Einstieg als "virtueller Mobilfunkanbieter" (MVNO). Die Errichtung eigener Handymasten ist nicht geplant.

Kein Zeitpunkt

Wann Tele2 tatsächlich in Österreich als Handynetzbetreiber starten wird, steht noch nicht fest. "Wir tragen uns aber mit dem Gedanken", sagte Österreichchef Norbert Wieser im Gespräch mit der APA.

Dass der Markt mit vier Mobilfunkern bereits gesättigt ist, glaubt Wieser nicht. Der Telekommunikationsmarkt sei einer der größten Märkte Österreichs und sei nach wie vor im Wachsen. Es gebe Märkte, die nur ein Zehntel des Telekommarktes ausmachen, die aber über wesentlich mehr Anbieter verfügten, so Wieser.

Überholt

Im österreichischen Festnetzbereich hat Tele2 laut Wieser im vergangenen Jahr den direkten Konkurrenten UTA überholt. Ins Jahr 2001 mit 300.000 Kunden gestartet habe Tele2 in Österreich nun "bereits deutlich mehr als 400.000 Kunden". Damit sei das Unternehmen nunmehr der kundenstärkste alternative Anbieter Österreichs, so Wieser weiter.

Carrier Preselection

Einen deutlichen Kundenzuwachs habe man vor allem durch die Ermöglichung von Carrier Preselection erzielt - der Kunde erspart sich dabei die Vorwahl bei jedem Gespräch und telefoniert von Haus aus über den alternativen Anbieter. Der "Großteil" der Tele2 Kunden nimmt diese Möglichkeit in Anspruch, sagte der Tele2-Österreichchef.

Eine Rechnung

Wieser, der auch stellvertretender Präsident im Verein alternativer Telekom-Anbieter ist, drängt nun darauf, dass künftig auch die Grundgebühr nicht mehr ausschließlich über die Telekom Austria, sondern auch über den Alternativen verrechnet werden kann. "Drei Viertel unserer Kunden hätten lieber nur eine Rechnung", sagt der Österreichgeschäftsführer.

Internet

Auf weiteres Wachstum hofft Tele2-Geschäftsführer Wieser neben dem Mobilfunk auch im Breitbandinternet. Dazu müsse aber erst der Zugang zur Infrastruktur vollständig liberalisiert werden. Derzeit habe die Telekom Austria bei ADSL das "Quasimonopol". In letzter Konsequenz plädiert Wieser für eine vollständige Trennung der Telekom Austria in Absatz und Infrastruktur.

Weisheiten

Die bereits bestehende Möglichkeit der Entbündelung von Teilnehmerleitungen im Wählamt hält Wieser nicht "für der Weisheit letzten Schluss". Die damit verbundenen Investments seien für die Alternativen "prohibitiv". Außerdem sei es volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, dass jeder alternative Leitungen bis zum Wählamt lege, meint der Tele2-Österreichchef. (APA)

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