Generali kam mit blauem Auge davon

22. Februar 2002, 19:25
posten

Noch heuer Start im Bankgeschäft

Wien - Die Generali Vienna Group kam im vergangenen Jahr mit einem blauen Auge davon. "Wir haben uns im schwierigsten Jahr seit 1945 einigermaßen wacker geschlagen", stellte Generali-Holding-Chef Dietrich Karner am Freitag in einer Pressekonferenz fest und verwies dabei auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten sowie die Auswirkungen des 11. September auf das versicherungstechnische Geschäft.

Bei einem um 7,9 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro (34,5 Mrd. S) gestiegenen Prämienvolumen reduzierte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 26 Prozent auf 24,6 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss ging um 33,8 Prozent auf 14,7 Mio. Euro zurück. Die Dividende der Holding bleibt mit 1,82 Euro je Aktie unverändert.

Finanzvorstand Walter Steidl berichtete, dass die beiden großen operativen Holding-Töchter, die Generali Versicherung AG und die Interunfall im Jahr 2001 deutlich höhere Jahresüberschüsse erzielt haben. Durch die Übertragung von realisierten Gewinnen aus Immobilienverkäufen auf eine steuerbegünstigte Rücklage werde in beiden Fällen aber ein Jahresfehlbetrag ausgewiesen.

Expansion im Ausland

Mit der Entwicklung der Auslandstöchter in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Polen, Slowenien und Rumänien zeigte sich Vorstandsdirektor Werner Moertel zufrieden. Die Generali sei in allen Ländern über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Insgesamt habe sich das Prämienvolumen um 27 Prozent auf 5,8 Mrd. S erhöht. Die Ungarn-Tochter Generali Providencia werde für 2001 erstmals Dividende zahlen. Für das laufende Jahr peilt Moertel eine Steigerung der Prämieneinnahmen um weitere 25 Prozent auf rund sieben Mrd. S an.

Die angekündigte Generali Bank soll noch heuer den Betrieb aufnehmen. Mit der Konzessionserteilung rechnet Steidl noch im März, starten soll der Bankbetrieb im Oktober. Das Institut werde den Charakter einer Direktbank haben und vor allem die Privatkundschaft ansprechen. An der Bank werde die Banca Generali, Triest, mit 51 Prozent die Mehrheit halten, die Drei-Banken-Gruppe werde mit zehn Prozent und die Generali Vienna Holding mit 41 Prozent beteiligt sein. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 23.2.2002)

Share if you care.