Jahrhundertsturm in Bolivien

22. Februar 2002, 13:01
posten

Bereits 69 Todesopfer bei schwerstem Unwetter in der Landesgeschichte

La Paz - Die Zahl der Todesopfer des Jahrhundersturms in La Paz, der größten Stadt Boliviens, ist bis Donnerstag auf 69 gestiegen. Weitere 50 Menschen galten als vermisst, teilten die Behörden mit. Präsident Jorge Quiroga rief eine 30-tägige Staatstrauer aus.

Bei dem kurzen aber äußerst heftigen Regen- und Hagelsturm waren am Dienstag weitere 71 Menschen zum Teil schwer verletzt worden und erhebliche Sachschäden entstanden. Lokale Medien sprachen von dem schwersten Unwetter in der Geschichte des verarmten südamerikanischen Landes.

Strassen wurden zu reißenden Flüssen

Die Straßen der in einem engen Talkessel liegenden Stadt hatten sich in reißende Flüsse verwandelt. Die Wassermassen rissen Menschen, Autos und sogar Verkaufsstände mit. Mindestens zwei Häuser im Zentrum stürzten ein und viele Straßen waren auch zwei Tage nach dem Sturm noch immer durch Schlammmassen blockiert. Rettungsmannschaften suchten weiter in den Trümmern und unter dem Schlamm nach Opfern.

In einer Stunde 41 Liter pro Quadratmeter

Bei dem nur knapp eine Stunde dauernden Unwetter waren 41 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Die Kanalisation sei jedoch nur für höchstens acht bis zehn Liter pro Stunde ausgelegt, sagte ein Sprecher der Stadt.

Share if you care.