IG Freie Theaterarbeit gegen Künstlersozialversicherung

21. Februar 2002, 20:02
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Umfrage ergab 61 Prozent Ablehunung

Wien - Rund 61 Prozent der Freien Theaterschaffenden Österreichs sind mit der Regelung zur Künstlersozialversicherung nicht zufrieden, geht aus einer zum Jahrewechsel 2001/2002 von der IG Freie Theaterarbeit durchgeführten Befragung hervor. Nach circa einem Jahr "Neue Selbständigenversicherung" und Künstlersozialversicherungsfonds zur sozialen Absicherung der KünstlerInnen und der damit verbundenen Versicherungspflicht zeige sich, dass die "'Entschärfung' der Versicherungsverhältnisse nicht geglückt" sei, heißt es in einer Aussendung vom Donnerstag.

Rund zehn Prozent der 700 befragten Theaterschaffenden (aus allen Bundesländern außer Tirol) beantworteten Fragen nach dem Versicherungsstatus, nach der Zufriedenheit mit der derzeitigen Regelung für Autoren und nach Verbesserungsvorschlägen. Rund 61 Prozent der Theaterschaffenden sind als "neue Selbstständige" pflichtversichert, doch nur rund 25 Prozent erhalten Zuschüsse aus dem dafür eingerichteten Künstlersozialversicherungsfonds. Rund 55 Prozent bekommt keinerlei Zuschuss, weder vom Fonds noch vom IG-Netz, je ungefähr ein Viertel erhalten Zuschüsse vom Fonds oder vom IG-Netz. "Zufrieden" über die neue Regelung äußerten sich rund drei Prozent. Ebenfalls rund drei Prozent sind nicht versichert. Über drei Viertel der Befragten haben andere Versicherungen.

Die Ursachen der großen Unzufriedenheit sind bei rund 58 Prozent der Befragten die Höhe der Beiträge, die für Selbstständige bei 23,9 Prozent liegen und für viele seit Anfang des Jahres 2001 in Summe höher geworden sind, weil alle Erwerbseinkommen in die Bemessungsgrundlage einbezogen werden. 42 Prozent der Befragten stellen der Informationspolitik des Künstlersozialversicherungsfonds ein schlechtes Zeugnis aus - ein schlechteres als jener der SVA der gewerblichen Wirtschaft. Unzufriedenheit verursachen weiters der entstehende Verwaltungsaufwand für die Versicherung bei der SVA (rund 36 Prozent) und der Aufwand zum Erhalt eines Zuschusses beim Künstler-Sozialversicherungsfonds (rund 30 Prozent). Fast ein Viertel der Befragten ist mit der Zuschusshöhe des Künstler-Sozialversicherungsfonds (derzeit maximal 72,67 Euro pro Monat) nicht einverstanden.

Die freie Wahl der Art der Versicherung ist fast 64 Prozent ein Anliegen. Wichtig ist den Befragten die Ausdehnung des Versicherungsschutzes insbesondere für den Fall der Arbeitslosigkeit (rund 60 Prozent), aber auch im Bereich Krankengeld (rund 49 Prozent), auf das Neue Selbständige derzeit keinen Anspruch haben. Die Beitragsleistung nach Selbsteinschätzung durch die Versicherten (deutsches Modell) findet keine große Resonnanz. Eine Frage betraf die Grundsicherung für Theaterschaffende: Rund 78 Prozent halten das Thema für diskussionswürdig, rund sieben Prozent lehnen die Diskussion über dieses Thema ab. Rund 14 Prozent haben sich zu dem Thema nicht geäußert. (APA)

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