Scientology in Frankreich vor Gericht

21. Februar 2002, 18:59
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Frühere Mitglieder klagen wegen versuchten Betrugs

Paris - Die französische Sektion der umstrittenen Scientology-Organisation muss sich seit Donnerstag wegen versuchten Betrugs und Verstoßes gegen den Datenschutz vor einem Pariser Gericht verantworten.

Ausgetretene Mitglieder wurden nicht aus Kartei gelöscht

Mehrere frühere Mitglieder der in Frankreich als Sekte eingestuften Organisation hatten geklagt, weil sie trotz ihres Austritts weiter mit Traktaten und Broschüren überschwemmt wurden.

Nach Meinung der Kläger-Anwälte hätten die ausgetretenen Mitglieder aus der Scientology-Kartei gelöscht werden müssen. Im Falle einer Verurteilung droht der Organisation als Höchststrafe die Auflösung. Die Verteidigung nannte das Vorgehen der Kläger "unehrlich" und gab sich zuversichtlich, die Klage vollständig abschmettern zu können.

In Frankreich das erste Mal als Organisation angeklaget

Zwar mussten sich mehrere führende Scientology-Mitglieder bereits wegen Rechtsverstößen vor Gericht verantworten, es ist jedoch das erste Mal, dass die Organisation als Ganzes in Frankreich angeklagt ist. Im vergangenen Jahr war das französische Gesetz gegen Sekten verschärft worden, das die Strafverfolgung von Sekten erleichtert. So können Sekten verboten werden, wenn Mitglieder etwa des Medikamentenmissbrauchs oder Betrugs überführt werden. (APA)

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