Die Frage nach einem "undeutschen" Namen

21. Februar 2002, 23:27
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Heftige Kritik an "Aschermittwoch-Ausfall"

Wien - "Mein Name ist Konecny, ein Name unleugbar tschechischer Herkunft. Aber ich bin im Besitz jener unbeschränkten Aufenthaltsgenehmigung, die man gemeinhin Staatsbürgerschaft nennt." Albrecht Konecny, der Vorsitzende der SPÖ-Fraktion im Bundesrat, nannte am Donnerstag den "Aschermittwoch-Ausfall Haiders" gegenüber Ludwig Adamovich, dem Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs, "eine Ungeheuerlichkeit gegenüber jenen Menschen, deren Namen nicht deutscher Herkunft sind. Ob diese Namen Kolin, Kovac, Adamovich oder Pallavicini heißen - sie sind mit gleichem Recht Österreicher wie alle Müller oder Weiss."

Jörg Haider hatte bei seiner Aschermittwoch-Rede in Ried gemeint, bei einem, der Adamovich heiße, müsse man sich fragen, ob der überhaupt noch eine aufrechte Aufenthaltsgenehmigung habe.

Zwei Möglichkeiten

Die Frage nach der Aufenthaltsgenehmigung aufgrund eines "undeutsch" klingenden Namens beinhaltet für Koneny nur zwei Möglichkeiten: "Entweder wir suchen wieder nach den alten Dokumenten, die die ,richtigen‘ Großeltern bescheinigen, oder wir leisten Widerstand und verteidigen jene Werte, die das Wesen einer demokratischen Republik ausmachen."

Auch die umstrittene Irak- reise Haiders beschäftigt am Donnerstag den Bundesrat. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner musste sich einer Dringlichen Anfrage der SPÖ stellen. Der grüne Bundesrat Stefan Schennach empfahl der Außenministerin eine Weisung an ihre sämtlichen Mitarbeiter zu erteilen, sie künftig über alle Aktivitäten des selbst ernannten Arabien- Experten rechtzeitig zu informieren. "Der außenpolitische Schaden ist im Nachhinein nicht mehr zu kaschieren, geschweige denn zu reparieren", so Schennach. (völ, DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2002)

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