EU-Gesandter: Iran unterstützt Friedensbemühung in Afghanistan

21. Februar 2002, 18:20
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Paris bereit zur Verlängerung von Truppenpräsenz

Teheran/Paris - Der Iran unterstützt nach den Worten des Afghanistan-Beauftragten der Europäischen Union die Friedensbemühungen der internationalen Gemeinschaft in seinem Nachbarland Afghanistan. "Der Iran beteiligt sich an der Aufstellung einer internationalen Polizeitruppe in Afghanistan", teilte der EU-Gesandte Klaus Klaiber am Donnerstag nach Gesprächen mit dem iranischen Außenminister Kamal Kharrazi und hochrangigen Vertretern des Innenministeriums in Teheran mit.

Die iranischen Behörden unterstützten die afghanische Übergangsregierung und die Beschlüsse der Bonner Afghanistan- Konferenz, und sie begrüßten den bevorstehenden Besuch des Chefs der Übergangsregierung Hamid Karsai im Iran, sagte Klaiber. Karsai wird am Sonntag in Teheran erwartet. Klaiber schloss sich nicht der US-Position zum Iran an und fügte hinzu, "ohne die iranische Unterstützung würde der Wiederaufbau Afghanistans scheitern". Die USA brandmarkten den Iran zusammen mit dem Irak und Nordkorea als "Achse des Bösen" und warfen dem Iran zudem vor, es wolle Afghanistan destabilisieren.

Frankreich hat sich grundsätzlich zu einer Verlängerung seiner Beteiligung an der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) bereiterklärt. Ein Teil der französischen ISAF-Soldaten könne gemeinsam mit den Briten über den 30. April hinaus in Afghanistan stationiert bleiben, sagte Außenminister Hubert Vedrine nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag in Paris. Ursprünglich hatte Paris einen Rückzug im Mai angepeilt.(APA/Reuters)

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