Oberster US-Gerichtshof stoppt wegen Rassismusvorwurf Hinrichtung

21. Februar 2002, 16:26
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Staatsanwaltschaft systematisch Schwarze aus der Geschworenenjury ausgeschlossen

Washington - Der Oberste US-Gerichtshof hat die Hinrichtung eines als Mörder verurteilten Schwarzen wegen Rassismusvorwürfen kurz vor der Vollstreckung gestoppt. Todeskandidat Thomas Miller-El wirft der Staatsanwaltschaft vor, sie habe in seinem Prozess in Texas 1986 systematisch Schwarze aus der Geschworenenjury ausgeschlossen. Wie US-Medien am Donnerstag weiter berichteten, könnte der Supreme Court den Fall von Miller-El nutzen, ein Grundsatzurteil über Rassendiskriminierung bei der Juryauswahl zu fällen. Die Hinrichtung von Thomas Miller-El war für diesen Donnerstag geplant gewesen.

Der heute 50-jährige Mann hatte bei einem Raubmord in Dallas den Angestellten eines Motels erschossen. In seinem Prozess wies der Staatsanwalt zehn der elf Schwarzen zurück, die für die Jury von zwölf Geschworenen zur Auswahl standen. Nur ein Schwarzer kam am Ende in die Jury. Miller-El wurde zum Tode verurteilt. Kritiker der Todesstrafe argumentieren seit langem, dass in Prozessen gegen schwarze Straftäter in Texas gezielt Schwarze als Geschworene ausgeschlossen worden seien.(APA/dpa)

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