Polizei ordnet Freisinger Amokläufer der rechten Szene zu

21. Februar 2002, 16:16
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Der Mann hatte drei Menschen und sich selbst erschossen

Freising - Der Amokläufer von Freising wird nun auch von der Polizei der rechten Szene zugeordnet. Dies ergibt sich aus den weiteren Ermittlungen zu der Tat, bei der am Dienstag vier Menschen starben. "Auf Grund seines äußeren Erscheinungsbildes und seines Outfits können wir nicht ausschließen, dass L. mit der rechten Szene sympathisiert hat", sagte am Donnerstag der Sprecher der Polizeidirektion Erding, Christian Maier.

Waffennarr im Military-Look

Bei dem 22-Jährigen sei eine rechte Gesinnung offensichtlich. Die militärische Kleidung und die kurz geschorenen Haare des als Waffennarr geltenden Labus hatten bereits kurz nach der Tat zu Spekulationen über eine rechte Gesinnung geführt. Das Polizeipräsidium Oberbayern blieb jedoch bei seiner Auffassung, wonach es keine Erkenntnisse über eine rechtsradikale Aktivität von L. gebe.

Vier Tote

Der Amokläufer hatte am Dienstag in Eching zwei Ex-Arbeitskollegen und in Freising einen Schulleiter erschossen sowie einen Lehrer schwer verletzt, ehe er sich selbst tötete. Die Münchner Boulevardzeitung "tz" druckte in ihrer Donnerstagausgabe einen mit "Heil H..." unterschriebenen Brief. L. soll dieses Schreiben im Oktober 1996 an einen Freund geschickt haben.

In Freising existiert eine rechte Szene: "Es gibt einen Kreisverband der NPD, bis zu 15 Republikaner und etwa 20 Skinheads", sagte ein Sprecher der Behörde.

Rache als Motiv

Als Motiv für den Amoklauf des 22-jährigen gilt nach wie vor Rache an seinen früheren Schullehrern und Arbeitskollegen. L. war wegen mehrerer disziplinarischer Vergehen 1996 ohne Abschluss von der Wirtschaftsschule gegangen, in der er am Dienstag das Blutbad anrichtete. In Eching war er im vergangenen November wegen Faulheit entlassen worden. (APA/dpa)

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