FDA bewilligt radioaktives Krebsmedikament

22. Februar 2002, 18:07
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Zevalin ist das erste Medikament, das auf einer Radioimmuntherapie beruht

Washington - Das lang erwartete Medikament im Kampf gegen Lymphome ist nun von der Food and Drug Administration (FDA) bewilligt worden. Das Medikament nützt eine "smart bomb" Methode, um Radioaktivität direkt zu den Tumorzellen zu bringen. Zevalin ist das erste Medikament, das auf einer Radioimmuntherapie beruht, und Non-Hodgkin´s Lymphom-Patienten helfen soll. Starke Nebenwirkungen beeinträchtigen den Erfolg. In Amerika wird mit dem Beginn des Verkaufs in zwei Monaten gerechnet, ein Preis ist noch nicht bekannt. Dies berichtet CNN.com in seiner aktuellen Ausgabe

Zevalin wird von Idec Pharmaceuticals hergestellt. Das Medikament beruht darauf, dass radioaktive Strahlung an einen Antikörper geheftet wird. Der Antikörper bindet an das Protein CD20, das auf Lymphomzellen gefunden wurde, und markiert dadurch die Zelle für das Immunsystem. Zevalin ist ein Mittel zur Behandlung von NHL-Patienten (Non-Hodgkin`s lymphoma: mutierte T-Lymphozyten und B-Lymphozyten bilden bösartige Tumore in den Lymphorganen und anderen Teilen des Körpers), die weder auf Rituxan noch Chemotherapie eine positive Wirkung zeigten. In Studien wurde festgestellt, dass bei 75 Prozent der behandelten Patienten der Tumor signifikant schrumpfte, bei 15 bis 30 Prozent ist er beinahe verschwunden. "Es scheint ein vielversprechendes Medikament für jene Patienten zu sein, die schon alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben", meint Patricia Keegan von der FDA. Ob Zevalin in einem frühen Stadium als wirksame Behandlungsmethode zu einer vollständigen Heilung führen kann ist noch nicht bekannt. Studien dazu sind momentan in Auftrag.

Der Nachteil an Zevalin ist, dass es starke Nebenwirkungen auslöst. Bei einem Großteil der Patienten wurden weiße Blutkörperchen und -plättchen zerstört und dadurch Infektionen ausgelöst. Bluttransfusionen mussten eingesetzt werden, um das Blut der Patienten zu regenerieren. Ähnliche Probleme existieren auch bei der Chemotherapie. Die negativen Auswirkungen von Zevalin auf das Blut halten aber bis zu einem Monat an. In einer Studie wurden Zevalin und der nicht radioaktive Antikörper Rituxan kombiniert angewendet. Die Wirkung war effizienter, Zevalin verursachte jedoch verstärkt Nebenwirkungen. (pte)

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