Peres: Israel will Arafat nicht als Verhandlungspartner ablösen

21. Februar 2002, 14:45
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Palästinenser warfen Israel "totalen Krieg" gegen die Autonomiebehörde vor

Madrid/Gaza - Israel hat nach den Worten von Außenminister Shimon Peres nicht die Absicht, Palästinenserpräsident Yasser Arafat als Verhandlungspartner abzulösen. "Es ist die Sache der Palästinenser, ihre Führer selbst zu bestimmen", sagte Peres am Donnerstag in Madrid. Er rief Arafat, den er als einen "Partner" bezeichnete, allerdings dazu auf, sich stärker für eine Beendigung der Gewalt zu engagieren.

Einigung zwischen Peres und Palästinensern

Peres erinnerte daran, dass er sich mit den Palästinensern grundsätzlich darauf verständigt habe, die Voraussetzungen für die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates zu schaffen. Dieses Übereinkommen sei allerdings von der israelischen Regierung von Ministerpräsident Ariel Sharon noch nicht offiziell gebilligt worden. Der spanische Außenminister und EU-Ratspräsident Josep Pique sagte, die Europäische Union unterstütze die Schaffung eines Palästinensersstaates, sofern dieses "nicht in einseitiger und aggressiver Weise" geschehe.

Frankreich drängt auf rasche Anerkennung

Frankreich hatte in der EU auf der Grundlage des Peres- Übereinkommens mit den Palästinensern dafür geworben, dass die EU auf eine rasche Gründung und Anerkennung eines Palästinenserstaates hinwirken sollte. Damit konnte sich Paris bei den EU-Außenministern jedoch nicht durchsetzen. Peres räumte nach seinem Treffen mit Pique ein, dass es Differenzen zwischen ihm und Sharon gebe. Er habe aber nicht die Absicht, die Regierung zu verlassen.

Palästinenser fordern Eingreifen der internationelen Gemeinschaft

Die palästinensische Autonomiebehörde hat Israel beschuldigt, einen "totalen Krieg" gegen die Palästinenser begonnen zu haben. Ziel der israelischen "Aggression" sei es, die Autonomiebehörde zu zerschlagen und den Friedensprozess zu beenden, sagte der Chefberater von Palästinenserpräsident Arafat, Nabil Abu Rudeina, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Rudeina rief die internationale Gemeinschaft auf, schnellstmöglich einzugreifen, um die "Eskalation der israelischen Verbrechen" zu beenden.(APA/dpa)

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