Die neuen U-Bahnpläne für Wien

22. Februar 2002, 14:06
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U2-Nord nach Aspern und U1-Süd nach Rothneusiedl stehen fest

Rust - Die Lücke zwischen Vier und Sechs wird noch ein paar Jahre länger klaffen: Der Bau der Linie U5 wurde wieder einmal verschoben, wie Planungsstadtrat Rudolf Schicker am Donnerstag bei der Klausur der Wiener SP in Rust verkündete. Stattdessen präsentierte Schicker das Alternativprogramm für die vierte Ausbaustufe im Wiener Untergrund - samt umfangreichen Begleitmaßnahmen im öffentlichen Verkehr.

U1 Süd: Verlängerung nach Rothneusiedl bis 2012. Kostenpunkt: 436 Millionen Euro (6 Mrd. Schilling). Denn abgesehen von der hier geplanten Siedlungsentwicklung sowie Betriebsansiedlungen beim Frachtenbahnhof Inzersdorf gebe es derzeit "keine qualitätsvolle Erschließung mit öffentlichem Verkehr" im direkten Umland; für Einpendler soll eine Park & Ride-Anlage errichtet werden.

U2 Nord: Binnen zweier Jahre soll geklärt werden, ob die künftige Endstelle nun doch Hausfeldstraße oder Flugfeld heißen soll. Fertigtellung: 2009/10. Kosten: Ebenfalls rund 436 Mio EURO.

U6 Nord: Noch ist offen, ob künftig die U6 bis zum Rendezvousberg fahren soll - oder die beschleunigte Straßenbahnlinie 31. "Derzeit ist die Kapazität für eine U-Bahn noch nicht da", argumentiert Schicker. Die Nachfrage könnte aber mit dem Bau der Nordautobahn A5 und der EU-Osterweiterung rapide ansteigen. "Die Konsequenzen wären aber für die Bevölkerung eine U-Bahn auf Stelzen, weniger Stationen und eine deutliche Verdichtung der Wohnbebauung und Betriebe." Kostenunkt: Wieder 436 Mio EURO - die Ertüchtigung des 31-ers würde ein Fünfzehntel kosten.

U2 Süd: wenn es zu einer Einigung mit dem Bund über die Errichtung eines Zentralbahnhofes am Gelände des Süd-/Ostbahnhofes kommt, soll die U2 vom Karlsplatz dorthin verlängert werden. Um 436 Mio EURO bis 2012.

U5: Die U5 zwischen Dornbach über Karlsplatz bis zum Zentralbahnhof ist nun für die 5. Ausbaustufe bis 2015 im Gespräch. Dieses Vorhaben würde dann vom neuen Einheitspreis abweichen und 1,09 Mrd. EURO kosten. In diesem Fall soll die U2 zum Wienerberg verlängert werden. Skeptisch äußerte sich Schicker zu einer möglichen Verlängerung der U3 zum Leberberg.

65-er zum Wienerberg: Das Stadtentwicklungsgebiet Wienerberg soll nun doch rasch mit einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 65 bis zur U6 Philadelphiabrücke erschlossen werden. Und zwar binnen zweieinhalb Jahren.

Schnellstraßenbahnen: Im Norden Wiens sollen die Schnell-"Bims" 16, 26 und 27 das Queren von Floridsdorf bis Donaustadt erleichtern. Wobei der 16-er auch nach Niederösterreich bis Kaiserebersdorf fahren soll. Die Schnellstraßenbahn im Liesingtal ist gestorben, dafür soll der 66A beschleunigt werden.

S45-Verlängerung: Die S45 soll am Handelskai bis zur U2/ S80 verlängert werden.

Voraussetzung allerdings für all diese Vorhaben: Dass der Bund wie bisher mit zahlt - bei der U-Bahn 50 Prozent der Errichtungskosten. (Roman Freihsl, DER STANDARD Print-Ausgabe 22.2.2002)

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