Chaos bei Postämter-Schließungen

21. Februar 2002, 14:24
posten

Gemeinden wollen weiterverhandeln

Wien - Die Pläne der Österreichischen Post AG zur Schließung von 650 Postämtern bis Mitte dieses Jahres wackeln. Wie aus Unternehmenskreisen verlautet gibt es eine "Fülle von Bürgermeistern", die Einspruch gegen die Schließung ihres Postamtes eingebracht haben. Der Betriebsrat ist der Ansicht, dass 80 der Postämter auf der "schwarzen Liste" wirtschaftlich geführt werden könnten und daher nicht geschlossen werden sollten. Die Situation sei "nicht ganz unchaotisch", sagte Betriebsratssprecher Martin Palensky am Donnerstag. Auch in Managementkreisen heißt es bereits, dass das geplante Pensum "nicht in vollem Ausmaß umgesetzt" werden soll.

"Wunschvorstellung"

Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer bezeichnet den Plan zur Schließung von 650 Postämtern bis Ende Juni 2002 am Donnerstag im ORF-Radio als "Wunschvorstellung der Post". Er sei "nicht sehr optimistisch", dass diese Vorgaben eingehalten werden. "Nach dem bisherigen Vorgehen der Post sieht es nicht so aus. Die Post hat ihre Informationspflicht gegenüber den Gemeinden bisher nicht sehr ernst genommen", sagte Mödlhammer.

Bei der Post sieht man das anders. Das Unternehmen habe die Bürgermeister in zugesagter Form informiert. "Irgendwelche Kostenberechnungen und Finanzzahlen werden wir sicher nicht vorlegen", sagte Post-Sprecher Michael Homola am Donnerstag.

50 Ämter bereits geschlossen

Der Vorstand halte nach wie vor daran fest, sei Filialnetz bis Jahresmitte um 650 Postämter zu dezimieren. 50 Postämter habe man bereits aufgelassen, so Homola. Dass es innerhalb des geplanten Zeitraumes bei den Schließungen zu Verschiebungen kommen könnte, sei nicht ausgeschlossen. Bis Ende Juni werde man das Konzept aber vollständig umsetzen, sagte der Sprecher. (APA)

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