Niederösterreicher missbrauchte seine Tochter

21. Februar 2002, 14:39
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Zwei Jahre bedingt - Urteil ist nicht rechtskräftig

St. Pölten - Vor einem Schöffensenat im St. Pöltner Landesgericht musste sich am Donnerstag der 32-jährige Klaus L. aus Waidhofen an der Ybbs verantworten. Die Staatsanwalt warf ihm vor, zwischen 1997 und 1998 seine damals siebenjährige Tochter mehrfach sexuell schwer missbraucht zu haben. Ebenfalls verging er sich im Sommer 2001 an dem achtjährigen Sohn seiner Nachbarn, der ihm zur Beaufsichtigung anvertraut war.

Bekannte sich schuldig

Der bisher unbescholtene Mann bekannte sich zu den Anklagepunkten vollinhaltlich schuldig. Nach dem Urteil zu drei Jahren Haft, davon zwei bedingt, erbat der Verteidiger Bedenkzeit. Der Richterspruch ist damit nicht rechtskräftig.

"Zuerst war es Neugier", leitete L. sein von heftigem Schluchzen begleitetes Geständnis ein. Zu den sexuellen Übergriffen kam es, wenn er einmal im Monat sein Besuchsrecht wahr nahm. Er legte seiner Tochter dabei einen Polster auf den Bauch, damit sie seine Handlungen nicht sehen konnte. Vor dem "Äußersten" schreckte er jedoch zurück, da er es mit der Angst vor sich selbst zu tun bekam. "Ich fragte mich, ob ich wahnsinnig sei."

Mutter zog Anwältin bei

Als die Mutter des Mädchens 1998 von dem Missbrauch erfuhr, wandte sie sich an eine Anwältin. Nach Rücksprache mit einem Psychologen nahm man zunächst von einer Anzeige Abstand, forderte den Angeklagten aber auf, 50.000 Schilling Schmerzensgeld zu zahlen und auf sein Besuchsrecht zu verzichten. Aus Angst und Scham vor dem Bekanntwerden seiner Tat ging L. darauf ein.

Zu einer gerichtlichen Verfolgung kam es schließlich durch einen sexuellen Missbrauch an dem Sohn seiner Nachbarn. Der Bub war ihm zur Beaufsichtigung anvertraut worden war. (APA)

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