Scheinbar niedrige Euro-Preise regen zu Spontankäufen an

21. Februar 2002, 13:46
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Studie: Ein Viertel hat sich schon einmal verleiten lassen

Wien - Die Österreicher haben sich mit "schneller kühler Kompromisslosigkeit" vom Schilling verabschiedet. Technisch werde das neue Geld akzeptiert, abgesehen von Klagen über zu viele und zu kleine, wenig unterscheidbare Münzen", geht aus einer Studie zur Euro-Bargeldeinführung hervor, die in der zweiten Jännerhälfte durchgeführt wurde. Nur etwa die Hälfte hat zuhause über den Euro gesprochen, und kaum jemand hat sieht das eigene Ausgabeverhalten durch das neue Bargeld geändert. Wohl aber hat ein Viertel schon zumindest einmal ungeplante Ausgaben getätigt, da hier die kleinen Eurobeträge einem gewissermaßen einen Streich gespielt haben.

Auch generell ist das Wertgefühl in Euro noch nicht ausgeprägt vorhanden. Die Hälfte der Befragten schätzt, dass sie rund ein halbes Jahr benötigen werden, um wirklich geläufig mit dem Euro umgehen zu können. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben auch an, in der letzten Zeit nicht zuletzt deshalb die Preise von Waren und Dienstleistungen genauer zu beachten, berichtet AK-Konsumtentenschützer und Leiter der Untersuchung, Karl Kollmann.

Fatalistische Haltung der Österreicher

Im Hintergrund zeige sich neuerlich die fatalistische Haltung der Österreicher zum Euro, nach dem Motto: Machen wir das Beste daraus. Rund die Hälfte der Befragten sei vor allem deshalb schnell auf den Euro umgestiegen, um eine zweifache Bargeldhaltung zu vermeiden.

Dem Handel und dem Verkaufspersonal wurde in den Interviews ein recht gutes Zeugnis für die Euro-Einführung ausgestellt; rund die Hälfte hat überhaupt keine Probleme beim "handling" im Handel festgestellt. Zwei Drittel empfanden die Euro-Einführung als zufrieden stellend vorbereitet, ein knappes Viertel hätte sich persönlichere Formen der Information gewünscht, so Kollmann.

Identifikation mit dem Euro

Zugenommen habe auch die Identifikation mit dem Euro. Mittlerweile kann sich die Hälfte der Befragten mit der neuen Währung identifizieren, während es vor der Einführung nur ein Drittel war.

Die Ergebnisse stammen aus einer qualitativen Studie zur Euroeinführungs-Begleitforschung der Arbeitsgruppe Verbraucherforschung, die unter der Leitung von Kollmann in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Fessel+GfK und mit Förderung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) durchgeführt wurde. Dabei wurde bei 33 Tiefeninterviews der Umgang mit dem Euro erfragt. Nach einer ersten Befragungswelle Anfang Dezember 2001 und einer zweite in der zweiten Jännerhälfte sollen zwei weitere Durchgänge im März und Ende April folgen.(APA)

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