tel.me schließt zweite Finanzierungsrunde ab

21. Februar 2002, 13:29
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Österreichischer Handyhersteller erwägt Börsegang

Die Tel.Me. Telecom & Media Products GmbH, österreichischer Hersteller von Mobiltelefonen, MP3-Playern und Internet-Zugangsgeräten, hat eine zweite Finanzierungsrund erfolgreich abgeschlossen. Investoren unter dem Lead Investor Bank Austria Gründerfonds, der koreanischen Maycom und neun privaten Investoren hätten insgesamt 28 Prozent an Tel.Me. erworben, sagte Unternehmensgründer Manfred Jahn am Mittwochabend vor Journalisten.

"Ausfinanziert"

Über den genauen Erlös der zweiten Finanzierungsrunde wollte Jahn keine Angaben machen, es handle sich um einen höheren, einstelligen Millionen Euro-Betrag. "Unsere Businesspläne für die nächsten Jahre sind damit ausfinanziert", so Jahn. In der neuen Struktur sei Jahn nun mit 53,3 Prozent an der Gesellschaft beteiligt, der BA Gründerfonds mit 18 Prozent, Dexco mit 12,3 Prozent, Wolfgang Krivanek mit 11,4 Prozent und Maycom Korea mit fünf Prozent. Das Stammkapital sei auf 577.663 (450.000) Euro erhöht worden.

Schwerpunkte

Mit den Erlösen aus der zweiten Finanzierungsrunde will Tel.Me. zwei Schwerpunkte verwirklichen: zum einen wolle man sich im Bereich der Mobiltelefone in Richtung High-End-Produkte entwickeln und bis Sommer noch drei neue GPRS-Handys auf den Markt bringen. Zum anderen soll auch in den weiteren Markenaufbau von Mobiltelefonen und den MP3-Playern investiert werden.

Tel.Me. will nach Angaben von Jahn 2002 den Umsatz auf 14 (3,2) Millionen Euro steigern. Im Herbst 2002 will man auch erstmals die Gewinnschwelle erreichen - für das Gesamtjahr wird allerdings noch mit einem negativen Ergebnis von 0,4 Millionen Euro gerechnet. "Ab 2003 werden wir dann aber positiv operieren", zeigt sich Jahn, der "mittelfristig 200 Millionen Euro Umsatz" als realistisch bezeichnet, optimistisch.

"Die Branche dürfte 2001 den Tiefpunkt überschritten haben"

Geplant sei 2002 eine Steigerung der Produktion auf 60.000 Handys nach insgesamt 30.000 Geräteeinheiten 2001. "Die Branche dürfte 2001 den Tiefpunkt überschritten haben, wir können nun auf den wieder aufwärts fahrenden Zug aufspringen", sagte Jahn.

Im Fokus von Jahn steht in diesem Jahr auch die Erhöhung des Exportanteils auf 50 (15) Prozent am Gesamtumsatz - als mögliche Expansionsziele nannte Jahn dabei Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Portugal oder Griechenland. Mit den MP3-Playern wolle Tel.Me. den Eintritt neben diesen Staaten auch noch in Skandinavien schaffen, im Mobilbereich sei man froh, wenn man "einige davon schaffen könnte".

Expandieren wolle Tel.Me. aber nicht über Akquisitionen - vielmehr strebe man Kooperationen und strategische Partnerschaften an. Beispiel dafür sei der Einstieg von Maycom bei Tel.Me., die auch als Produzent und Assembler für das Unternehmen tätig sind. "Wir wollen uns keine großen Strukturen kaufen. Wir wollen Partner hereinholen und uns nicht durch Zukäufe schwächen", erläuterte Jahn.

Börsenpläne

Angedacht wird von Tel.Me. auch ein Börsegang - die Businesspläne seien darauf ausgelegt, Ziel der Investmentstrategie sei ein Börsegang in den nächsten drei Jahren. "Uns ist das Umfeld aber sehr wichtig - und das wird ganz entscheidend sein", sieht Jahn vorerst keine Eile. Auch über den Börseplatz wolle man erst bei Bedarf entscheiden.(Reuters)

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Tel.Me.

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